„The Invention of Wings“ – Sue Monk Kidd

Buchcover "The Invention of Wings" von Sue Monk KiddErschienen 2014.

Ein mit lavendelfarbenden Schleifen geschmücktes Sklavenmädchen als Geschenk zum 11. Geburtstag: Sarah Grimké kann das Geschenk ihrer Eltern einfach nicht annehmen. Mit ihrer Zurückweisung beginnt eine außergewöhnliche Lebensgeschichte, die die Welt verändert. Basierend auf dem Leben der beiden Schwestern Sarah und Angelina Grimké, zeichnet Sue Monk Kidd den Weg der beiden Frauen von Töchtern eines reichen Plantagenbesitzers und Sklavenhalters zu den größten Kritikern der Sklaverei und Anwältinnen für die Gleichberechtigung von Frauen – egal, welcher Hautfarbe – nach. Ebenso erzählt sie die Geschichte von Hetty Handful Grimké, jenem Sklavenmädchen, dass Sarah einst als Zofe zu ihrem Geburtstag geschenkt wurde. Zwischen den beiden Mädchen entsteht eine tiefe Freundschaft, die mal stärker, mal verborgener ist, aber ein Leben hält. Sarah lehrt Handful – entgegen den damaligen Gesetzen in Charleston – Lesen und Schreiben. Ihre einzige Möglichkeit dem Mädchen Freiheit zu schenken.

Sue Monk Kidds dritter Roman ist ein unglaublich tiefgründiger, dichter Roman. Sie gibt zwei Frauen eine Stimme zu einer Zeit, als ihnen das Sprechen untersagt war, ob frei oder Sklave. Beide Frauen versuchen das Leben so nicht hinzunehmen – die genommene Freiheit einerseits, das verweigerte Recht, zu werden was man möchte, andererseits –  und kämpfen gegen ihre vorgesehene Rolle im Rahmen ihrer Möglichkeit an. Beide entwickeln Flügel, mit denen sie ihrem jeweiligen Gefängnis entfliehen. Fasziniert hat mich vor allem Handful, die von ihrer Mutter zur Näherin ausgebildet wird und afrikanisches Quilten erlernt. Trotz all der Grausamkeiten, die ihr widerfahren, gibt sie nicht auf und schmiedet Pläne für ihre Freiheit und rebelliert im Kleinen.

„It seemed to me she had invented her wings not so much in spite of these things, but because of them. What compelled me as much as her life as a reformer was her life as a woman. How did she become who she was?“, sagt Sue Monk Kidd zur Entstehungsgeschichte ihres Romans über Sarah Grimké. Während Sarah eine reale hsitorische Person ist, ist Hetty Handful reine Fiktion. Allein die Tatsache, das Sarah Grimké als junges Mädchen eine Sklavin namens Hetty als Zofe bekommen hat, ihr sehr nahe stand und Lesen und Schreiben lehrte, wofür beide bestraft wurden, ist real. Während die echte Hetty kurze Zeit danach aus unbekannten Gründen starb, erweckte Sue Monk Kidd ihre Hetty zu neuem Leben.

Fazit: Absolut lesenswert und sicherlich ein American classic to be. Der Aspekt der African American Quilts hat mich übrigens zusätzlich in den Bann gezogen.

 

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