„The Prophecy Con“ – Patrick Weekes

akhimo, Buchcover "The Prophecy Con", Rogues of the Republic, Band 2, Patrick WeekesRogues of the Republic, Band 2. Erschienen 2014.

Im zweiten Band der Rogues of the Republic-Trilogie legt Patrick Werkes noch eines drauf: Die Geschichte ist dunkler, brutaler, die Wesen gruseliger – und doch geht der Witz in den Unterhaltungen nicht verloren.

Loch und ihr Team aus hochbegabten, nicht mehr ganz so Kriminellen haben zwei Möglichkeiten den drohenden Krieg zwischen der Republik und dem Empire zu verhindern. Entweder wird Loch an das Empire ausgeliefert und inhaftiert oder sie holen das Elfenbuch zurück, das sie im ersten Band gestohlen haben, damit es als Reparationskosten an das Empire geht. Natürlich entscheidet sich Loch für den zweiten Weg und eine Verfolgungsjagd bis ins Elfenland beginnt. Aber die Rückgewinnung des Buches ist schwerer als gedacht. Vor allem, wenn die Ancients ihre Finger ebenfalls im Spiel haben und Loch und ihre Team mit allen Mitteln daran hindern wollen, das Buch zu beschaffen, Tote mordend umher wandeln und die Republik und das Empire auf zerstörenden Eskalationskurs sind.

Die Wendungen in „The Prophecy Con“ sind schneller, unerwarteter, zahlreicher. Weekes erweitert Lochs Welt um weitere Ebenen und Wesen. Die Feen werden detaillierter und vielseitiger, Zwerge und Elfen erhalten ihre Auftritte, aber auch die Menschen zeigen mehr Facetten und Unterschiede. Kurz: Die Welt wird bunter. Die Hauptcharaktere brillieren mit ihren scharfen Zungen und bissigen Antworten, ihrem scharfen Geist, der die Betrügereien und Tricks erst ermöglichen. Die Geschichte ist treibend und wie auch der vorherige Band flüssig geschrieben und gut weg zu lesen. Die politischen und zeitgeschichtlichen Anspielungen auf unsere Welt fallen mir in diesem Band stärker auf und sind präsenter. All umfassende Themen wie Rassismus, Hochrüstung, Agitation beispielsweise.

Für Kindle-Leser habe ich übrigens noch einen Tipp: Unbedingt weiterlesen nach der Danksagung bzw. dem typischen Bildschirm mit dem Hinweis auf andere Bücher seitens Amazon. Es gibt ein sehr wichtiges Post Scriptum, dass den Einstieg in den dritten Band erleichtert (und den ansonsten superfiesen Cliffhanger etwas entschärft.)

Fazit: 5 von 5. Ein ungewöhnlich starkes Buch für einen zweiten Band einer Trilogie und eine sehr gute Überführung in den dritten Teil.

„The Palace Job“ – Patrick Weekes

akhimo, Buchcover "The Palace Job" von Patrick WeekesRogues of the Republic, Band 1. Erschienen 2013.

Ocean’s Eleven trifft Fantasy gewürzt mit einer großen Portion Humor. Treffender ist Patrick Weekes Auftakt der „Rouges of the Republic“-Trilogie in meinen Augen nicht zu beschreiben. Es ist eine spannende, teils lustige, facettenreiche Geschichte eines unmöglich scheinenden Raubüberfalls à la Robin Hood, in der dem Leser sämtliche Figuren eines klassischen Fantasy-Romans begegnen.

Loch, ehemalige Führerin einer Erkundungseinheit während des Kriegs der Republik gegen das Empire, plant einen spektakulären Raubüberfall mitten in den höchsten Regierungsreihen um ein Manuskript zu stehlen, was einst ihrer Familie gehörte. Dumm nur, dass sie gerade zusammen mit ihrem treuen Kameraden Kail, der die Mutter-Witze in wirklich jeder Sprache beherrscht, gerade in dem sichersten und gefährlichsten Gefängnis der Republik sitzt. Vorbehalten allein den Feinden der Regierung und üblen Gestalten. Nachdem ihr das Unmögliche gelingt, scharrt sie eine Reihe illustrer Gestalten – eine Einhorn, das seine Gestalt ändern kann, einen Zauberer, eine Todes-Priesterin, einen sprechende Kriegshammer, eine Safeknackerin, ein imperialistischer Mönch und einen unscheinbaren Jüngling – um sich. Zusammen haben ihre Fähigkeiten das Potential, das der Raubüberfall gelingt – wenn sie nicht vorher von der republikanischen Polizei und den dunklen Schergen des Archvoyant Silestin, Lochs Erzfeind und Oberster der Republik, daran gehindert werden.

Weekes hat einen entspannten Schreibstil. Die Sprache ist teils sehr derb – eben ein Buch für Erwachsene. Seine Story ist nicht platt und überzeugt mit immer neuen Wendungen. Die Charaktere sind durchaus mehrschichtig, soweit es der Geschichte gut tut. Die Welt ist ebenfalls sehr gut beschrieben. Eine klassische Gut-gegen-Böse-Geschichte, der Underdog gegen das Übel von oben. Und auch wenn es der Auftakt einer Trilogie ist, ist die erste Geschichte abgeschlossen – auch wenn natürlich der ein oder andere Hinweis bereits in den Folgeband hineinführt. (Nicht nur in diesem Punkt erinnert „Rogues of the Republic“ wirklich an Ocean’s Eleven.)

Fazit: 4,5 von 5 Sternen. Für Fantasy-Freunde und Fans von Raubgeschichten. Mir hat es sehr gut gefallen. Allein an den Schlusssequenzen haben mich ein paar Sachen gestört. Der zweite Band liegt aber zumindest schon bereit.