Mittelalterliches Burgfest in Bad Bederkesa

Ritter sind bei uns hoch im Kurs. Und dadurch auch der ein oder andere Mittelaltermarkt. Ein paar haben wir bereits besucht. Nun waren wir an diesem Wochenende auf dem mittelalterlichen Burgfest in Bad Bederkesa. Es war gut, aber auch kein Highlight. Wobei die Größe für die Kleinen eigentlich perfekt ist und das Ambiente – immerhin rund um eine richtige Burg ursprünglich aus dem 16. Jahrhundert – einfach nur ideal für eine derartige Veranstaltung.

Ein kleines Heerlager mit drei unterschiedlichen Truppen, der Schmied Hannes, ein Steinmetz, ein paar kleine Verkaufsstände für Kleidung, Schmuck, Rüstzeug und Wein, dazu noch etwas Musik und Gaukelei und eine Taverne gehören zu dem Burgfest dazu. Eigentlich also alles dabei, was eine mittelalterliche Welt nach neuzeitlichen Vorstellungen zum Leben erwecken sollte. Das hat auch durchaus geklappt. Wenn beispielsweise die Musiker mit Laute und Harfe unter den lauschigen Bäumen, fast eine Art Laube, musizieren. Der Gaukler mit seiner Hafenratte und dem Rabe Araxax die Kinder amüsiert und Geschichten erzählt. Der Schmied auf seinen doppeltem Blasebalg – dem Stepper des Mittelalters quasi – die Kohlen zum Glühen bringt. Oder die Ritter bei schönstem kräftigen August-Sonnenschein in voller Montur nach original Turnierregeln aus dem 14. Jahrhundert ihre Kräfte messen. (Gut, dass es dann nur 20 Grad waren und nicht 30… Die Herren waren auch so gar vermute ich.)

Aber es gab eben auch so ein paar Dinge, die mir fehlten bzw. es hätten runder gemacht. Auch wenn das Gelände um die Burg nun wirklich nicht groß ist, gab es doch noch die ein oder andere größere freie Stelle. Es wäre schön gewesen, wenn diese auch noch gefüllt worden wäre. Damit es einfach eben so richtig volles Markt- und Turniertreiben gegeben hätte. Was ebenfalls hätte besser organisiert sein können, wäre der Ablauf des Turniers. Die Vollkontaktschlacht sollte laut Programm um 15 Uhr beginnen, los ging es dann mehr als 15 Minuten später… (Man saß ja nicht auch schon eine Weile um alles gut sehen zu können.) Und auch zwischen den Kämpfen zog es sich, nicht nur wegen einer notwendigen Reparatur an der Absperrung. Das war für die kleinen Sonnenscheine, so faszinierend es war, doch eine ganz schön lange Zeitspanne. Aber die Uhren gehen halt überall anders – und in der Vergangenheit sowieso. 😉

In dem Eintrittspreis von 7 Euro für Erwachsene (Kinder unter Schwertmaß, ca. 1,20m, sind frei) ist auch der Eintritt fürs Burgmuseum enthalten. Das Museum zeigt die Natur- und Kulturgeschichte der Region zwischen Elbe und Weser. Viele Siedlungsfunde, reichend vom 4. Jahrtausend v. Chr bis in die Neuzeit, werden hier ausgestellt wie beispielsweise der Thron aus der Marsch. Besonders spannend ist es aber durch die alten Gewölbe der in den 1970er Jahren komplett restaurierten Burg zu wandeln.

Einen Kritikpunkt muss ich allerdings doch noch los werden – in Sachen Information. Man findet einfach im Vorfeld kein Programm mit Start- und Schlusszeiten, was genau geboten wird etc. Die Suchmaschine spuckt zwar ein paar Artikel aus sowie Kalendereinträge, aber da stehen auch keine weiteren Zeiten drin außer den beiden Daten für die beiden Veranstaltungstagen. Eine Webseite dazu habe ich ebenfalls nicht gefunden. An und für sich ja eigentlich auch nicht tragisch, aber doch irgendwie befremdlich in Anbetracht der digitalen Vernetzung unserer Gegenwart. (Über viele Umwege habe ich dann die Facebook-Seite der Agentur Asega gefunden, die den Markt veranstaltet. Nur stellt man sich so Suchen heutzutage irgendwie nicht mehr vor.)

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