#HAULTERNATIVE

It’s Fashion Revolution Day. 4 Jahre ist morgen der Einsturz der Nähfabrik Rana Plaza her. Ein nach wie vor unfassbares Unglück, aber auch ein Weckruf, die Arbeit der NäherInnen, FärberInnen und AnbauerInnen wertzuschätzen und gebührend zu entlohnen sowie gleichzeitig einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten. Susanne (mamimade) hat sich für den diesjährigen Fashion Revolution Day wieder eine besondere Aktion ausgedacht: die #Haulternative. Was das heißt? Wege aufzeigen, wie jede/r einzelne etwas tun kann. Eine Woche lang, mit einem oder mehreren Blogposts.

Und was sind meine Haulternatives? Seit rund zwei Jahren habe ich für mich entschieden nur noch faire Kleidung neu zu erwerben, ansonsten Second Hand zu kaufen sowie – natürlich – selber zu nähen und zu reparieren. Und was soll ich sagen? Es klappt wirklich gut. Zum einen kauf ich weniger, wobei ich auch vorher nicht so häufig neues gekauft habe und die Kleidungsstücke wirklich lange trage. Zum anderen kenn ich mittlerweile schon ein paar gute Fair Wear Label und Läden vor Ort, die (fast) ausschließlich faire und Bio-Kleidung verkaufen. (Kleiner Tipp: fairtragen hat neben den zwei Läden hier auch einen umfangreichen Onlineshop.) Tja, und Second Hand kann man wirklich kleine Schätze erwerben und schont dabei auch noch die Umwelt und Ressourcen. Für den eigenen Geldbeutel ist es auch gut.

akhimo, Outfit aus fair wear und Second HandWie das ganze ausschauen könnte? Zum Beispiel so. Mein heutiges Outfit besteht aus einer dunkelblauen Kuyichi Slim Fit Jeans (Fair Wear), einem einfachen blauen Shirt, das ich schon seit mindestens 5 Jahren trage, eine Second Hand erworbene ärmellose Longbluse in einem unglaublich weichen und leichten Baumwollstoff, die ich sowohl offen als auch geschlossen trage, und mein geliebter Gürtel, den ich schon seit meinen Teenager-Zeiten fast täglich trage. (Und das sind nun auch schon fast zwei Dekaden…)

Und wie sieht es mit Nähen und Reparieren aus? Da zeige ich euch in den kommenden Tagen noch ein paar Haulternatives.

(Beitrag ist verlinkt bei mamimades #Haulternative)

 

 

Amy aus Jersey mit Hirschen

Ich versuche mich ja im Stoffabbau – mehr schlecht, als recht. Aber immerhin. Ein Stoff ist nun auf jeden Fall wieder verarbeitet: ein grauer Jersey mit Hirschaufdruck, den wohl vor 1 1/2 Jahren bei Stoff & Stil gekauft habe. Mit dem Gedanken daraus etwas für den Sonnenschein zu nähen. Hm, ja, hat jetzt nur bedingt geklappt. Der Beleg für die graue Nicki-Strampelhose nach Klimperklein ist immerhin aus dem Stoff. Seitdem schlummerte der Jersey in meinem Regal und wartete auf seinen Einsatz. Und irgendwann in dieser Zeit habe ich beschlossen, dass der nun für mich ist.

Mein erster Gedanken war aus dem angeschnittenen einen Meter ein Kimono Tee zu nähen. Das klappte allerdings nicht. Um ein, zwei Zentimeter war es an den Armen zu kurz. Also weiter überlegt. Dann fiel mir wieder beim Durchsuchen der Festplatte das Pattydoo-Schnittmuster „Amy“ in die Hände, welches man für die Newsletter-Anmeldung als Dankeschön bekam. Hm, Raglan und Oversize wäre doch was. Der ideale Begleiter für die bequemen Spielplatz-Tage… Oder mal schnell zum überziehen, wenn es im Sommer etwas kälter wird. Warum also nicht. Und die Ärmel könnten ja aus dem dunkelgrauen Jerseyrest, den ich ebenfalls noch im Regal gefunden habe. Bei Raglan bietet sich das ja durchaus an…

Einziges Problem: Die „Amy“ ist eigentlich für Sweat konzipiert. Aber wie auch schon im Pattydoo-Facebook-Nähforum häufiger gesehen, wurde sie aber auch schon aus Jersey als gut empfunden. Man müsse sie eben nur ein bis zwei Nummern kleiner zu schneiden. Also vermessen, festgestellt, dass ich mit meinen Maßen ganz knapp unter der 38 liege, und mich dann nach den Tipps für eine 34 entschieden. In der Länge habe ich allerdings gut drei Zentimeter hinzugegeben – auch an den Armen. Was soll ich sagen? Die richtige Entscheidung. Es ist nicht zu weit, aber auch nicht zu eng, einfach genau passend für mich. (Gut, man hätte es auch für die Fotos nochmal an der Schulter zurecht zupfen können… ;-))

Genäht ist das Raglan-Shirt sehr schnell und auch die Erklärung ist wirklich gut und ausführlich. Hat alles wunderbar geklappt. Und nachdem ich endlich die Zwillingsnadel für mich entdeckt habe, sind die Säume natürlich auch mit der Zwillingsnadel genäht. Habe hier und da gelesen, dass ein paar Probleme bei der Inno-vis damit hätten, aber bei mir hat es wirklich sehr gut geklappt und die Naht ist schön dehnbar.

Ich mag meine Hirsch-Amy. Sie trägt sich sehr angenehm und passt einfach sehr schön lässig zu Jeans. Eben einfach casual. Außerdem mag ich den gerundeten Saum. Da bleibt der Rücken auch bedeckt, wenn man mal wieder in der Sandkiste spielt. 🙂

(Beitrag ist verlinkt beim Me Made Mittwoch.)

Ein gerettetes Top

Von „Das war wohl nix“ zu „Für den Spielplatz reicht es mindestens“

Vor fast zwei Jahren habe ich zuletzt ein Top genäht. Mit katastrophalem Ergebnis in meinen Augen. Da dachte ich, ich hätte endlich das Jahr zuvor den perfekten Top-Schnitt gefunden, nur um dann im Jahr darauf festzustellen, dass es wohl doch nur Zufall war… An den Armausschnitten stand das Top fürchterlich weit ab. Einfach, als wäre es viel zu groß oberhalb der Brust. Völlig frustriert habe ich es damals ungesäumt in meine Ufo-Kiste gepfeffert und gewartet, dass ich den Stoff vielleicht nochmal für etwas für die Kids verwenden könnte.

Tja, falsch gedacht. Denn nun ist es doch meins. Und sogar als Top. Ich habe mich einfach mal an Abnähern versucht. Weil ich den Stoff doch eigentlich so mag und es schon sehr gerne für mich haben wollte. Also, das ganze auf links angezogen, zwei Abnäher abgesteckt, die von den Achsel von oben zur Brust verlaufen, und diese dann festgenäht. Ich war allerdings zu faul, das Bündchen nochmal abzutrennen. Da der Abnäher unter den Achseln endet, habe ich mir gedacht, das fällt ohnehin nicht so auf und nur versucht die Naht möglichst mit der Seitennaht enden zu lassen. Hat mehr oder weniger geklappt. 😉

Und – siehe da -es passt. Gut, nun fällt auf, dass es wohl unter den Achseln etwas eng sitzt, vermutlich also die zu kurzen Träger das Problem der oberen Weite waren, aber egal. Denn für den Spielplatz reicht es allemal. (Und da stört es dann auch nicht, dass an den Seiten die weiße Overlock-Naht durchscheint und das Halsbündchen etwas überdehnt ist…)

Da das Top aber noch ungesäumt war und ich mich ja endlich an der Zwillingsnadel probieren wollte, habe ich die Gunst der Stunde genutzt (schlimmer hätte es ja nun nicht werden können) und die Zwillingsnadel eingesetzt und die zusätzliche Garnrolle, was wirklich sehr unkompliziert ist. Ich frage mich echt, warum ich davor so eine Angst hatte und so lange gebraucht habe, es endlich auszuprobieren. Ich bin begeistert vom Ergebnis. Nun wird nur noch mit der Zwillingsnadel gesäumt.

Okay, der perfekte Schnitt für ein Jersey-Top ist es immer noch nicht. Oben zu eng, an den Hüften zu weit. Ich werde also weitersuchen. Kennt ihr noch gute Schnitte für einfache Tops? Tipps sind herzlich willkommen.

(Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag und HoT.)

Weihnachtszeit: PJ’s zum Fest

Ich liebe Pyjamahosen. Schön kuschelig und bequem müssen sie sein. Mein liebstes Kleidungsstück nach getaner Arbeit. Und als ich diesen weihnachtlichen Kuschelflanell aus den USA mitgebracht bekommen habe, war schnell klar: Daraus wird eine Pyjamahose für die Advents- und Weihnachtszeit – und sind wir mal ehrlich, wahrscheinlich auch für danach und zwischendurch – für mich.

Meinen perfekten Schnitt habe ich ja schon dafür gefunden. Eine Kombination aus der Brigitte-Sommerhose, allerdings verlängert nach oben und unten und ohne Passe, und der Anleitung von Noodlehead für eine teils gesmoktes Bündchen. Die Hose war wieder schnell genäht und diesmal habe ich auch peinlichst genau auf den Zuschnitt geachtet. Nicht das ich am Ende wieder zwei linke Hosenbeine habe… Nur beim vorderen Teil des Bündchens hat der Zuschnitt nicht so genau geklappt. Da die Stoffreste nicht mehr breit genug waren, ich aber unbedingt das Bündchen im vorderen Teil richtig herum haben wollte, musste ich stückeln. Nun ja. Eigentlich sollte die Rentiernase dabei nicht noch mal an der Naht rausschauen… Allerdings konnte man in der Naht immerhin schön im Nahtschatten das Gummiband feststeppen, damit es sich nicht verdreht und in Position bleibt. Habe ich bei den früheren Versionen nicht gemacht. Das Smoken verlief ohne Probleme und ist auch schön straff geworden. Alle Nähte habe ich innen nochmal mit der Overlock versäubert, damit nichts ausfranst.

Und wenn ich schonmal bei den PJ’s bin. Endlich habe ich es auch mal geschafft etwas aus meiner UFO/Upcycling-Kiste zu beenden. Darin befand sich nämlich eine geerbte Schlafanzughose, deren Beinabschluss ich sehr schön finde, allerdings mir leider viel zu kurz war, und eine kaputte alte gekaufte Schlafanzughose, aus der ich Putzlappen machen wollte. (Reparieren ging hier echt nicht mehr. Der Riss ging über den ganzen Po… ) Etwas mehr als  10 cm jeweils habe ich davon allerdings nun für die Verlängerung der zu kurzen Hose genommen. Einfach auf Kniehöhe ca. eingesetzt. Okay, ist jetzt kein Mode-Highlight (O-Ton des Liebsten: „Sieht schon merkwürdig aus. Aber lustig.“) und auch nicht super toll gemacht, sondern eben auf die Schnelle, aber die Hose ist einfach nur bequem.

(Beitrag ist verlinkt bei Rums und dem Weihnachtszauber 2016)

Top + Bettwäsche = Maxikleid

akhimo, Maxikleid Upcycling

Neben der letztens gezeigten Sarihose habe ich meine Sommergarderobe vor den Ferien noch mit einem kleinen schnellen Upcycling erweitert. Aus einem Top, das einfach etwas kurz geworden ist, und aussortierter Bettwäsche ist ein sommerlich leichtes Maxikleid entstanden. Was soll ich sagen: Ich liebe dieses Kleid einfach.  Weiterlesen