„The Paladin Caper“ – Patrick Weekes

akhimo, Buchcover "The Paladin Caper", Rogues of the Republic, Band 3, Patrick WeekesRogues of the Republic, Band 3. Erschienen 2015.

Mit Band 3 seiner Trilogie legt Patrick Weekes tatsächlich noch einen drauf. Die Story ist noch umfangreicher, eine Welt reicht nun nicht mehr als Schauplatz der Geschichte. Und dabei ist die Geschichte so kurzweilig zu lesen, wie die beiden Vorgänger. Auch wenn natürlich auch hier das Prinzip und die Aufgabe klar ist: Die Republik bzw. die Welt retten mit nur einem kleinen Team an Trickbetrügern.

Die Ancients, die einst die Welt verlassen haben und deren magischen Hinterlassenschaften von den Menschen genutzt werden und die Feen erschaffen haben, kehren zurück und wollen sich die Welt wieder untertan machen. Und sie haben die Macht über die höchsten Kreise der Gesellschaft. Um die Versklavung und Ausbeutung aller Wesen zu verhindern und ihre Welt zu retten, müssen Loch und ihre Team ihren größten Trickbetrug durchziehen – und dabei überraschende Verbindungen eingehen und frühere Entscheidungen hinterfragen. Die Wendungen sind schnell und zahlreich und erst nach und nach erscheinen eigentlich klare Ereignisse in ganz neuem Licht.

Ansonsten besticht auch der dritte Band durch die detailliert gezeichneten Charaktere und ihre Dialoge sowie der gut beschriebenen Szenerie und ausdrucksstarken Szenen. Politische und zeitgeschichtliche Vergleiche zu unserer Welt treten noch stärker ins Licht wie beispielsweise auch die Rolle der Medien, der Puppenspieler, da sie nochmal von anderen Seiten beleuchtet werden.

Fazit: 5 von 5. Diese Trilogie macht einfach Spaß.

„The Prophecy Con“ – Patrick Weekes

akhimo, Buchcover "The Prophecy Con", Rogues of the Republic, Band 2, Patrick WeekesRogues of the Republic, Band 2. Erschienen 2014.

Im zweiten Band der Rogues of the Republic-Trilogie legt Patrick Werkes noch eines drauf: Die Geschichte ist dunkler, brutaler, die Wesen gruseliger – und doch geht der Witz in den Unterhaltungen nicht verloren.

Loch und ihr Team aus hochbegabten, nicht mehr ganz so Kriminellen haben zwei Möglichkeiten den drohenden Krieg zwischen der Republik und dem Empire zu verhindern. Entweder wird Loch an das Empire ausgeliefert und inhaftiert oder sie holen das Elfenbuch zurück, das sie im ersten Band gestohlen haben, damit es als Reparationskosten an das Empire geht. Natürlich entscheidet sich Loch für den zweiten Weg und eine Verfolgungsjagd bis ins Elfenland beginnt. Aber die Rückgewinnung des Buches ist schwerer als gedacht. Vor allem, wenn die Ancients ihre Finger ebenfalls im Spiel haben und Loch und ihre Team mit allen Mitteln daran hindern wollen, das Buch zu beschaffen, Tote mordend umher wandeln und die Republik und das Empire auf zerstörenden Eskalationskurs sind.

Die Wendungen in „The Prophecy Con“ sind schneller, unerwarteter, zahlreicher. Weekes erweitert Lochs Welt um weitere Ebenen und Wesen. Die Feen werden detaillierter und vielseitiger, Zwerge und Elfen erhalten ihre Auftritte, aber auch die Menschen zeigen mehr Facetten und Unterschiede. Kurz: Die Welt wird bunter. Die Hauptcharaktere brillieren mit ihren scharfen Zungen und bissigen Antworten, ihrem scharfen Geist, der die Betrügereien und Tricks erst ermöglichen. Die Geschichte ist treibend und wie auch der vorherige Band flüssig geschrieben und gut weg zu lesen. Die politischen und zeitgeschichtlichen Anspielungen auf unsere Welt fallen mir in diesem Band stärker auf und sind präsenter. All umfassende Themen wie Rassismus, Hochrüstung, Agitation beispielsweise.

Für Kindle-Leser habe ich übrigens noch einen Tipp: Unbedingt weiterlesen nach der Danksagung bzw. dem typischen Bildschirm mit dem Hinweis auf andere Bücher seitens Amazon. Es gibt ein sehr wichtiges Post Scriptum, dass den Einstieg in den dritten Band erleichtert (und den ansonsten superfiesen Cliffhanger etwas entschärft.)

Fazit: 5 von 5. Ein ungewöhnlich starkes Buch für einen zweiten Band einer Trilogie und eine sehr gute Überführung in den dritten Teil.

„The Palace Job“ – Patrick Weekes

akhimo, Buchcover "The Palace Job" von Patrick WeekesRogues of the Republic, Band 1. Erschienen 2013.

Ocean’s Eleven trifft Fantasy gewürzt mit einer großen Portion Humor. Treffender ist Patrick Weekes Auftakt der „Rouges of the Republic“-Trilogie in meinen Augen nicht zu beschreiben. Es ist eine spannende, teils lustige, facettenreiche Geschichte eines unmöglich scheinenden Raubüberfalls à la Robin Hood, in der dem Leser sämtliche Figuren eines klassischen Fantasy-Romans begegnen.

Loch, ehemalige Führerin einer Erkundungseinheit während des Kriegs der Republik gegen das Empire, plant einen spektakulären Raubüberfall mitten in den höchsten Regierungsreihen um ein Manuskript zu stehlen, was einst ihrer Familie gehörte. Dumm nur, dass sie gerade zusammen mit ihrem treuen Kameraden Kail, der die Mutter-Witze in wirklich jeder Sprache beherrscht, gerade in dem sichersten und gefährlichsten Gefängnis der Republik sitzt. Vorbehalten allein den Feinden der Regierung und üblen Gestalten. Nachdem ihr das Unmögliche gelingt, scharrt sie eine Reihe illustrer Gestalten – eine Einhorn, das seine Gestalt ändern kann, einen Zauberer, eine Todes-Priesterin, einen sprechende Kriegshammer, eine Safeknackerin, ein imperialistischer Mönch und einen unscheinbaren Jüngling – um sich. Zusammen haben ihre Fähigkeiten das Potential, das der Raubüberfall gelingt – wenn sie nicht vorher von der republikanischen Polizei und den dunklen Schergen des Archvoyant Silestin, Lochs Erzfeind und Oberster der Republik, daran gehindert werden.

Weekes hat einen entspannten Schreibstil. Die Sprache ist teils sehr derb – eben ein Buch für Erwachsene. Seine Story ist nicht platt und überzeugt mit immer neuen Wendungen. Die Charaktere sind durchaus mehrschichtig, soweit es der Geschichte gut tut. Die Welt ist ebenfalls sehr gut beschrieben. Eine klassische Gut-gegen-Böse-Geschichte, der Underdog gegen das Übel von oben. Und auch wenn es der Auftakt einer Trilogie ist, ist die erste Geschichte abgeschlossen – auch wenn natürlich der ein oder andere Hinweis bereits in den Folgeband hineinführt. (Nicht nur in diesem Punkt erinnert „Rogues of the Republic“ wirklich an Ocean’s Eleven.)

Fazit: 4,5 von 5 Sternen. Für Fantasy-Freunde und Fans von Raubgeschichten. Mir hat es sehr gut gefallen. Allein an den Schlusssequenzen haben mich ein paar Sachen gestört. Der zweite Band liegt aber zumindest schon bereit.

„Thorn“ – Intisar Khanani

akhimo, Buchcover "Thorn" von Intisar KhananiErschienen 2014.

Ein altes Märchen, neu interpretiert.

Als Prinzessin eines abgeschiedenen Königreichs wird Alyrra aus politischem Kalkül ihrer Mutter mit Kestrin, Thronfolger eines reichen und mächtigen Königreichs, verlobt. Auch wenn sie der Ehe in dem fernen Land mit Angst entgegen blickt, ist sie doch froh ihrem alten Leben mit einem gewalttätigen Bruder und der Gleichgültigkeit des Hofstaats zu entkommen. Aber mit der Verlobung hat sie auch mächtige Feinde dazu gewonnen. Zu mächtige. Auf ihrer Reise zu ihrem neuen Zuhause wird sie betrogen und zu einem Rollentausch mit ihrer Hofdame gezwungen. Und auch wenn sie wütend ist und sich um die Sicherheit ihres unbekannten Verlobten sorgt, ist Alyrra sich nicht so sicher, ob sie ihr altes Leben wieder haben möchte. Zum ersten Mal hat sie eine Wahl, auch wenn das bedeutet, ein einfaches, entbehrliches Leben zu führen.

Intisar Khanani nimmt das alte Märchen der Gänsemagd und macht es zu ihrer eigenen Story mit Wendungen. Versetzt in ein mittelalterliches fremdes Land kämpft Prinzessin Alyrra als Gänsemagd Thorn nur widerstrebend für das, was ihr gehört, akzeptiert Mühsal, findet unerwartete Freundschaften und entdeckt eine neue Welt für sie. Khanani gibt dem Märchen mehr Tiefe und liebenswerte und interessante Charaktere, mehr Magie und dunklere, realistischere Seiten. Diese Gänsemagd-Geschichte ist wesentlich düsterer als das eigentliche Märchen.

Fazit: 5 von 5 Sternen. Ein sehr gutes Lesevergnügen.

 

„Mortal Instruments 1-3“ – Cassandra Clare

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„City of Bones“, „City of Ashes“ und „City of Glass“, erschienen zwischen 2007 und 2009.

Schon lange habe ich überlegt, ob ich ein wenig in die Shadowhunter-Welt eintauche und einmal die Moral Instruments-Reihe, oder auch hierzulande besser bekannt als Chroniken der Unterwelt, von Cassandra Clare lese. Tja, und nun war der Zeitpunkt gekommen und ich habe es gewagt. Wobei, das erste Buch hatte ich schon fast 3 Monate auf meinem Kindle, bin aber einfach nicht über die ersten paar Seiten hinausgekommen. Hat mich einfach nicht gepackt. Vor zwei Wochen habe ich es dann nochmal versucht. Und was soll ich sagen. Ich habe dann mal in den letzten beiden Wochen so ganz nebenbei die ersten drei Bände mit jeweils rund 500 Seiten durchgelesen.

Die Geschichte um die noch 15-jährige Clary, die auf dramatische Weise erfährt, dass sie ein Shadowhunter ist, die von Menschen und Engeln abstammen und gegen Dämonen kämpfen, ihren besten Freund Simon und die drei Shadowhunter Jace, Alec und Isabelle hat mich wirklich fasziniert.Vor der Kulisse New Yorks entspinnt Cassandra Clare eine fantastische Welt, in denen Vampire, Werwölfe, Feen, Hexenmeister, Dämonen und Nephilim ungeahnt vom Rest der Menschheit um das Fortbestehen der Welt ringen und ihre ganz eigenen Kämpfe ausfechten. Clare kann sehr gut beschreiben und die Welt entsteht sehr detailliert vorm inneren Auge, lässt aber auch noch großen Raum für eigene Interpretationen.

Der Kampf zwischen Gut und Böse und all den Grauschattierungen dazwischen setzt sie sehr gut in Szene. So macht sie beispielsweise Jace inneren Konflikt, seinen Vater Valentin, der mit Hilfe der Dämonen die Shadowhunter reformieren will und vor nichts zurückschreckt, zu hassen, aber ihn auch gleichzeitig zu lieben, da er sein Vater ist, sehr deutlich. Und ich muss gestehen, ich mochte auch die Teenie-Liebesgeschichte zwischen Clary und Jace, die eigentlich nicht sein darf und die neben dem Kampf gegen Valentin die zweite treibende Kraft in der Geschichte ist, sehr. Gut, manchmal war es mir echt ein wenig zu viel Teenie (ich habe es nach dem zehnten Mal nun wirklich kapiert, was für tolle Augen Jace hat…), aber damit muss man wohl rechnen, wenn man mindestens doppelt so alt ist und einen Jugendroman liest. 😉

Die Frage ist nur, lese ich noch weiter? Es gibt ja noch drei weitere Bände in der Mortal Instruments-Reihe und noch zig andere, die in der von Clare geschaffenen Welt spielen. Hm, vom jetzigen Standpunkt auf betrachtet, sage ich Nein. Die Reihe war ursprünglich als Trilogie geplant und damit kommt es in „City of Glass“ zu einem für mich versöhnlichen Abschluss. Es sind nicht zu viele Fragen offen geblieben und es gibt zu dem ein Happy End. Und das finde ich genau so schön wie es ist. Es lässt viel Raum fürs Weiterspinnen, wenn man mag, gab mir aber auch die Möglichkeit nun Abschied von den Charakteren zunehmen und weiterzuziehen. Die weitere drei Bände zu lesen, schließt sich für mich gerade einfach nicht automatisch an, ganz im Gegensatz zum Verlangen zwischen Buch 1 und 2 sowie 2 und 3.

Fazit: ***** Absolute Leseempfehlung.