Amy aus Jersey mit Hirschen

Ich versuche mich ja im Stoffabbau – mehr schlecht, als recht. Aber immerhin. Ein Stoff ist nun auf jeden Fall wieder verarbeitet: ein grauer Jersey mit Hirschaufdruck, den wohl vor 1 1/2 Jahren bei Stoff & Stil gekauft habe. Mit dem Gedanken daraus etwas für den Sonnenschein zu nähen. Hm, ja, hat jetzt nur bedingt geklappt. Der Beleg für die graue Nicki-Strampelhose nach Klimperklein ist immerhin aus dem Stoff. Seitdem schlummerte der Jersey in meinem Regal und wartete auf seinen Einsatz. Und irgendwann in dieser Zeit habe ich beschlossen, dass der nun für mich ist.

Mein erster Gedanken war aus dem angeschnittenen einen Meter ein Kimono Tee zu nähen. Das klappte allerdings nicht. Um ein, zwei Zentimeter war es an den Armen zu kurz. Also weiter überlegt. Dann fiel mir wieder beim Durchsuchen der Festplatte das Pattydoo-Schnittmuster „Amy“ in die Hände, welches man für die Newsletter-Anmeldung als Dankeschön bekam. Hm, Raglan und Oversize wäre doch was. Der ideale Begleiter für die bequemen Spielplatz-Tage… Oder mal schnell zum überziehen, wenn es im Sommer etwas kälter wird. Warum also nicht. Und die Ärmel könnten ja aus dem dunkelgrauen Jerseyrest, den ich ebenfalls noch im Regal gefunden habe. Bei Raglan bietet sich das ja durchaus an…

Einziges Problem: Die „Amy“ ist eigentlich für Sweat konzipiert. Aber wie auch schon im Pattydoo-Facebook-Nähforum häufiger gesehen, wurde sie aber auch schon aus Jersey als gut empfunden. Man müsse sie eben nur ein bis zwei Nummern kleiner zu schneiden. Also vermessen, festgestellt, dass ich mit meinen Maßen ganz knapp unter der 38 liege, und mich dann nach den Tipps für eine 34 entschieden. In der Länge habe ich allerdings gut drei Zentimeter hinzugegeben – auch an den Armen. Was soll ich sagen? Die richtige Entscheidung. Es ist nicht zu weit, aber auch nicht zu eng, einfach genau passend für mich. (Gut, man hätte es auch für die Fotos nochmal an der Schulter zurecht zupfen können… ;-))

Genäht ist das Raglan-Shirt sehr schnell und auch die Erklärung ist wirklich gut und ausführlich. Hat alles wunderbar geklappt. Und nachdem ich endlich die Zwillingsnadel für mich entdeckt habe, sind die Säume natürlich auch mit der Zwillingsnadel genäht. Habe hier und da gelesen, dass ein paar Probleme bei der Inno-vis damit hätten, aber bei mir hat es wirklich sehr gut geklappt und die Naht ist schön dehnbar.

Ich mag meine Hirsch-Amy. Sie trägt sich sehr angenehm und passt einfach sehr schön lässig zu Jeans. Eben einfach casual. Außerdem mag ich den gerundeten Saum. Da bleibt der Rücken auch bedeckt, wenn man mal wieder in der Sandkiste spielt. 🙂

(Beitrag ist verlinkt beim Me Made Mittwoch.)

Ein gerettetes Top

Von „Das war wohl nix“ zu „Für den Spielplatz reicht es mindestens“

Vor fast zwei Jahren habe ich zuletzt ein Top genäht. Mit katastrophalem Ergebnis in meinen Augen. Da dachte ich, ich hätte endlich das Jahr zuvor den perfekten Top-Schnitt gefunden, nur um dann im Jahr darauf festzustellen, dass es wohl doch nur Zufall war… An den Armausschnitten stand das Top fürchterlich weit ab. Einfach, als wäre es viel zu groß oberhalb der Brust. Völlig frustriert habe ich es damals ungesäumt in meine Ufo-Kiste gepfeffert und gewartet, dass ich den Stoff vielleicht nochmal für etwas für die Kids verwenden könnte.

Tja, falsch gedacht. Denn nun ist es doch meins. Und sogar als Top. Ich habe mich einfach mal an Abnähern versucht. Weil ich den Stoff doch eigentlich so mag und es schon sehr gerne für mich haben wollte. Also, das ganze auf links angezogen, zwei Abnäher abgesteckt, die von den Achsel von oben zur Brust verlaufen, und diese dann festgenäht. Ich war allerdings zu faul, das Bündchen nochmal abzutrennen. Da der Abnäher unter den Achseln endet, habe ich mir gedacht, das fällt ohnehin nicht so auf und nur versucht die Naht möglichst mit der Seitennaht enden zu lassen. Hat mehr oder weniger geklappt. 😉

Und – siehe da -es passt. Gut, nun fällt auf, dass es wohl unter den Achseln etwas eng sitzt, vermutlich also die zu kurzen Träger das Problem der oberen Weite waren, aber egal. Denn für den Spielplatz reicht es allemal. (Und da stört es dann auch nicht, dass an den Seiten die weiße Overlock-Naht durchscheint und das Halsbündchen etwas überdehnt ist…)

Da das Top aber noch ungesäumt war und ich mich ja endlich an der Zwillingsnadel probieren wollte, habe ich die Gunst der Stunde genutzt (schlimmer hätte es ja nun nicht werden können) und die Zwillingsnadel eingesetzt und die zusätzliche Garnrolle, was wirklich sehr unkompliziert ist. Ich frage mich echt, warum ich davor so eine Angst hatte und so lange gebraucht habe, es endlich auszuprobieren. Ich bin begeistert vom Ergebnis. Nun wird nur noch mit der Zwillingsnadel gesäumt.

Okay, der perfekte Schnitt für ein Jersey-Top ist es immer noch nicht. Oben zu eng, an den Hüften zu weit. Ich werde also weitersuchen. Kennt ihr noch gute Schnitte für einfache Tops? Tipps sind herzlich willkommen.

(Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag und HoT.)

Papierboote fürs Fenster

Ende Februar war es doch nun endlich mal Zeit die Brottüten-Sterne / Eiskristalle gegen etwas neues auszutauschen. Etwas was schnell geht und dennoch dekorativ aussieht – und vor allem möglichst lange hängen bleiben kann. (Ja, Fenster dekorieren ist zwar nett, aber nicht ganz so meine kreative Stärke. ;-)) Nach einer kleinen Suche bin ich dann auf die Idee der Nähmarie gestoßen. Aus alten Atlas-Seiten hat sie kleine Papierboote gefaltet und daraus Girlanden gebastelt. Genau mein Kragenweite. Allerdings habe ich es nicht übers Herz gebracht meinen alten Atlas zu schlachten, dafür aber in meinem Fundus noch so schönes zweifarbiges Papier gefunden. Perfekt.

Gefaltet habe ich die Boote in Blautönen (also die eine Seite) aus Din A5 und Din A6 Blättern. Mal einzeln, mal mehrere auf eine Schnur gefädelt und dann an einen Ast geknotet, den ich aus dem Abschnitt im Park gesucht habe. Zum Beschweren habe ich an den großen Booten kleine bunte Perlen geknotet.

Die kleinen bunten Boote wecken in mir vor allem gute Laune und sogar ein wenig Urlaubsgefühle – gleich schon beim Aufstehen und Vorhänge aufziehen. (Obwohl ich ja von der Küste komme, bedeutet Boote für mich doch auch immer Urlaub. Und Heimat.)

Ein zweiter Regenbogen-Quilt

Wenn der allerbeste Freund Vater wird, dann möchte man auch etwas besonderes verschenken. Und ein selbstgemachte Quilt ist immer besonders. Nicht nur, dass man viel Liebe in die Details und ins Nähen steckt, sondern in meinem Fall macht auch die Seltenheit von mir genähter Quilts das Besondere aus. Bisher habe ich nur drei Quilts für meine drei liebsten genäht. Nun ist also ein vierter entstanden – und da ich den Regenbogen-Quilt so gerne mag, habe ich wieder dieses Muster gewählt. Durch die Stoffwahl wirkt er aber ganz anders als die erste Version.

Die bunten Streifen sind diesmal aus der Serie „Flurry“ von Dashwood, die es als 20er Jelly Roll gab. Zwei Streifen habe ich allerdings nicht verwendet, das diese Flecken auf weißem Grund hatten und so nicht ins Schema passten. Genäht war das Top wieder schnell. Gefüttert haben ich mit einem reinen Baumwolle-Vlies und für die Rückseite habe ich einen wunderschönen grauen Flanell mit Wolken von Cloud 9 verwendet. Die Einfassung ist aus der Rückseite gemacht, also die einfache schnelle Version. Gequiltet habe ich diesmal allerdings nicht mit geraden Streifen, sondern diagonal in Wellenform.

Ich liebe die Farben des Quilts und die Kombination aus Regenbogen und Wolken. Er leuchtet so schön und ist richtig kuschelig. Und da ich noch Stoff übrig hatte, habe ich noch ein passendes Kissen mit Reißverschluss genäht. Den Streifen aus den bunten Resten, die durchs begradig entstanden sind, habe ich in der Quilt-as-you-go-Methode gemacht. Die Maße des Kissens entsprechen dem restlichen Stoff und sind daher etwas ungewöhnlich. Also habe ich kurzer Hand noch ein Inlay genäht, damit man den Bezug auch extra waschen kann. Nun gibt es also eine ganze Kuschel-Kombination fürs Babyzimmer, die den kleinen Erdenbürger hoffentlich noch sehr lange begleitet.

(Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag und HoT sowie dem Farbenspiel.)

Lesezeichen aus Stoff und Papier

Ich liebe es Bücher zu verschenken. Aber nur das Buch finde ich häufig doch etwas langweilig bzw. fehlt mir die persönliche Note. Ein kleines selbstgemachte Lesezeichen ergänzt so ein Geschenk allerdings perfekt. In letzter Zeit habe ich, wenn es die Zeit zugelassen hat, gern ein genähtes, aber auch schon ein aus Papier gefaltetes verschenkt.

Das genähte Lesezeichen habe ich nach dieser Bernina-Anleitung genäht, ganz schlicht aus blauem Stoff mit grafischem Muster in weiß. Das Gummi ist ein Haargummi, wie man sie in jeder Drogerie erwerben kann.

Die Papier-Lesezeichen (die Basis muss ja nicht unbedingt zu Monstern werden), die ganz einfach über die Buchecke geschoben werden, sind ruchzuck gefaltet und mit ein bißchen – versuchtem – hand-lettering und netten Sprüchen schnell noch besondere Unikate. Ich finde ja hand-lettering total spannend. Aber mir fehlt bisher leider die Übung. Also versuche ich mich einfach weiter und schaue so lange bei den Profis bewundern über die Schulter.