„The Palace Job“ – Patrick Weekes

akhimo, Buchcover "The Palace Job" von Patrick WeekesRogues of the Republic, Band 1. Erschienen 2013.

Ocean’s Eleven trifft Fantasy gewürzt mit einer großen Portion Humor. Treffender ist Patrick Weekes Auftakt der „Rouges of the Republic“-Trilogie in meinen Augen nicht zu beschreiben. Es ist eine spannende, teils lustige, facettenreiche Geschichte eines unmöglich scheinenden Raubüberfalls à la Robin Hood, in der dem Leser sämtliche Figuren eines klassischen Fantasy-Romans begegnen.

Loch, ehemalige Führerin einer Erkundungseinheit während des Kriegs der Republik gegen das Empire, plant einen spektakulären Raubüberfall mitten in den höchsten Regierungsreihen um ein Manuskript zu stehlen, was einst ihrer Familie gehörte. Dumm nur, dass sie gerade zusammen mit ihrem treuen Kameraden Kail, der die Mutter-Witze in wirklich jeder Sprache beherrscht, gerade in dem sichersten und gefährlichsten Gefängnis der Republik sitzt. Vorbehalten allein den Feinden der Regierung und üblen Gestalten. Nachdem ihr das Unmögliche gelingt, scharrt sie eine Reihe illustrer Gestalten – eine Einhorn, das seine Gestalt ändern kann, einen Zauberer, eine Todes-Priesterin, einen sprechende Kriegshammer, eine Safeknackerin, ein imperialistischer Mönch und einen unscheinbaren Jüngling – um sich. Zusammen haben ihre Fähigkeiten das Potential, das der Raubüberfall gelingt – wenn sie nicht vorher von der republikanischen Polizei und den dunklen Schergen des Archvoyant Silestin, Lochs Erzfeind und Oberster der Republik, daran gehindert werden.

Weekes hat einen entspannten Schreibstil. Die Sprache ist teils sehr derb – eben ein Buch für Erwachsene. Seine Story ist nicht platt und überzeugt mit immer neuen Wendungen. Die Charaktere sind durchaus mehrschichtig, soweit es der Geschichte gut tut. Die Welt ist ebenfalls sehr gut beschrieben. Eine klassische Gut-gegen-Böse-Geschichte, der Underdog gegen das Übel von oben. Und auch wenn es der Auftakt einer Trilogie ist, ist die erste Geschichte abgeschlossen – auch wenn natürlich der ein oder andere Hinweis bereits in den Folgeband hineinführt. (Nicht nur in diesem Punkt erinnert „Rogues of the Republic“ wirklich an Ocean’s Eleven.)

Fazit: 4,5 von 5 Sternen. Für Fantasy-Freunde und Fans von Raubgeschichten. Mir hat es sehr gut gefallen. Allein an den Schlusssequenzen haben mich ein paar Sachen gestört. Der zweite Band liegt aber zumindest schon bereit.

6 Köpfe, 12 Blöcke: Mein Juniblock

Ha, geschafft. Man gerade so. Aber doch noch geschafft. 🙂 Mein Juniblock ist fertig. Eine etwas krumme und schiefe Ananas, aber hey, in der Natur sind sie ja auch nicht perfekt. 😉 Ich frage mich zwar ein wenig, wie das passiert ist, aber ich tippe mal stark darauf, dass ich nicht gerade genug genäht habe. Die Zuschnitte sahen sehr gerade und passend aus… Auftrennen und neu Nähen funktionierte nur leider auch nicht. Ist immer noch nicht gerade geworden – vor allem, da mir das Schiefe erst aufgefallen ist, nachdem ich die Kanten abgeschnitten hatte.

Mir gefällt der Block aber trotz des Unperfekten. Weil er irgendwie lebendiger wirkt dadurch, oder einfach, weil ich immer noch auf jeden einzelnen Block stolz bin, den ich in diesem Sew-Along nähe. Ich lerne einfach soviel dabei. Vor allem dank der wunderbaren Erklärungen der 6 Köpfe. Auch Gesines Anleitung ist wieder sehr gut nachvollziehbar und wirklich sehr detailliert. Vielen herzlichen Dank dafür.

Die Stoffe sind übrigens gut abgelagerte aus meinem Stofflager. Den blauen mit den weißen Punkten habe ich unter anderem für einen Plüschelefant für den großen Sonnenschein verwendet. Den Vogelstoff habe ich mir vor Jahren aus den USA mitgebracht. Eigentlich mit dem Gedanken daraus ein Kleinkind-Kleid zu nähen. Aber dazu kam es nie.

(Beitrag ist verlinkt auf Allie and me Design und Rums.)

 

Raglan-Geburtstags-T-Shirt

Ein Geburtstagsshirt für den großen und den kleinen Sonnenschein zu nähen, hat mittlerweile Tradition. Mit diesem hier ist es nun schon das ingesamt 6. genähte Kleidungsstück zum Geburtstag. Eine kleine, Freihand applizierte 2 ziert das Raglan-T-Shirt für den kleinen Sonnenschein. Genäht habe ich es aus den Stoffen, aus denen auch schon das erste Outfit genäht wurde: dem herrlichen Birch-Interlock aus der Safari-Serie und einen dazu passenden Jersey. Eine kleine Erinnerung auch an mich, wie schnell die Kleinen groß werden. Etwas Stoff ist nun noch über. Mal schauen ob es – zumindest in Teilen – noch für ein drittes Geburtstagskleidungsstück reichen wird?

Das Schnittmuster ist der Hoodie Rockers von Mamahoch2 in Gr. 92 – wie auch schon das Geburtstagsshirt zum 2. für den großen Sonnenschein. Ich habe nur einfach die Kapuze durch ein normales Bündchen ersetzt und die Arme gekürzt. Es ist also eigentlich ein Summer Rockers, ist habe es nur nicht nochmal ausgedruckt und zusammengeklebt. 😉

Kurzzeitig habe ich echt geschwitzt, ob das Shirt auch über den Kopf passt, da es so klein ausschaut. Aber es klappt: Ist alles dehnbar genug. Puuh.

(Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag und HoT.)

„The Invention of Wings“ – Sue Monk Kidd

Buchcover "The Invention of Wings" von Sue Monk KiddErschienen 2014.

Ein mit lavendelfarbenden Schleifen geschmücktes Sklavenmädchen als Geschenk zum 11. Geburtstag: Sarah Grimké kann das Geschenk ihrer Eltern einfach nicht annehmen. Mit ihrer Zurückweisung beginnt eine außergewöhnliche Lebensgeschichte, die die Welt verändert. Basierend auf dem Leben der beiden Schwestern Sarah und Angelina Grimké, zeichnet Sue Monk Kidd den Weg der beiden Frauen von Töchtern eines reichen Plantagenbesitzers und Sklavenhalters zu den größten Kritikern der Sklaverei und Anwältinnen für die Gleichberechtigung von Frauen – egal, welcher Hautfarbe – nach. Ebenso erzählt sie die Geschichte von Hetty Handful Grimké, jenem Sklavenmädchen, dass Sarah einst als Zofe zu ihrem Geburtstag geschenkt wurde. Zwischen den beiden Mädchen entsteht eine tiefe Freundschaft, die mal stärker, mal verborgener ist, aber ein Leben hält. Sarah lehrt Handful – entgegen den damaligen Gesetzen in Charleston – Lesen und Schreiben. Ihre einzige Möglichkeit dem Mädchen Freiheit zu schenken.

Sue Monk Kidds dritter Roman ist ein unglaublich tiefgründiger, dichter Roman. Sie gibt zwei Frauen eine Stimme zu einer Zeit, als ihnen das Sprechen untersagt war, ob frei oder Sklave. Beide Frauen versuchen das Leben so nicht hinzunehmen – die genommene Freiheit einerseits, das verweigerte Recht, zu werden was man möchte, andererseits –  und kämpfen gegen ihre vorgesehene Rolle im Rahmen ihrer Möglichkeit an. Beide entwickeln Flügel, mit denen sie ihrem jeweiligen Gefängnis entfliehen. Fasziniert hat mich vor allem Handful, die von ihrer Mutter zur Näherin ausgebildet wird und afrikanisches Quilten erlernt. Trotz all der Grausamkeiten, die ihr widerfahren, gibt sie nicht auf und schmiedet Pläne für ihre Freiheit und rebelliert im Kleinen.

„It seemed to me she had invented her wings not so much in spite of these things, but because of them. What compelled me as much as her life as a reformer was her life as a woman. How did she become who she was?“, sagt Sue Monk Kidd zur Entstehungsgeschichte ihres Romans über Sarah Grimké. Während Sarah eine reale hsitorische Person ist, ist Hetty Handful reine Fiktion. Allein die Tatsache, das Sarah Grimké als junges Mädchen eine Sklavin namens Hetty als Zofe bekommen hat, ihr sehr nahe stand und Lesen und Schreiben lehrte, wofür beide bestraft wurden, ist real. Während die echte Hetty kurze Zeit danach aus unbekannten Gründen starb, erweckte Sue Monk Kidd ihre Hetty zu neuem Leben.

Fazit: Absolut lesenswert und sicherlich ein American classic to be. Der Aspekt der African American Quilts hat mich übrigens zusätzlich in den Bann gezogen.

 

New Sorbetto Tunika

Sommerzeit ist die Zeit der leichten Blusen und Tops. Ich habe ein gekauftes Top aus einer wunderbar weichen gewebten Viskose, von dem ich gern ein paar mehr hätte. Gut, dass ich nähen kann. Ein Schnittmuster stand ebenfalls schnell fest: das kostenlose neue Sorbetto von Colette Patterns in der Tunika Version. Ich habe ja bereits drei Sorbettos nach dem alten Schnittmuster genäht und war damit sehr zufrieden, aber nun wollte ich doch gern den überarbeiteten Schnitt mit den Erweiterungen für Tunika und Ärmel ausprobieren. Und mit dem Sew Along dazu, in dem alle Schritte sehr detailliert erklärt werden, konnte doch eigentlich nichts schief gehen. Tja, einfacher gedacht als genäht. Aber der Reihe nach.

Wirklich ganz klassisch habe ich zunächst ein Probestück genäht, das nicht angezogen werden wird, sondern in die Restkiste wandert. Laut Tabelle habe ich – wie in der alten Version – Größe 4; die Maße an der Brust sind etwas drunter, aber die Hüfte trifft es ganz gut. Und was soll ich sagen? An der Hüfte saß das Probetop gut, aber ansonsten musste noch sehr viel geändert werden. Es war einfach viel zu groß. Der Abnäher musste rund 2 cm nach oben versetzt, schmaler und länger werden. Trotz meiner fast 1,80. Außerdem war es an Brust und Taille viel zu weit: mindestens 1 cm konnte es an beiden Seiten enger.

Der Vergleich mit dem altem Sorbetto-Schnitt zeigte, dass der Abnäher an sich viel schmaler und das Vorderteil insgesamt im oberen Bereich schmaler ist und die Taille mehr betont. Da ich aber die Form des neuen Schnittes am Modell sehr gerne mag, habe ich mich erstmal nur dazu entschieden, die Brustabnäher zu verschmälern und ansonsten in der Schnittführung bleibend die Weite etwas zu verschmälern. In meinem ersten Versuch, noch am Probestück, habe ich daher den Abnäher um 2,3 cm nach oben und 1,5 cm Richtung Seite verlegt. Der Abnäher an sich ist nur 6 cm breit, wodurch sich die Länge des Vorderteils etwas ändert. Allerdings habe ich dabei nicht beachtet, dass ich ja auch an der Seite 1 cm jeweils weggenommen habe. Dadurch saß der Brustabnäher viel zu weit aussen. Also Versuch Nummer 2. Diesmal habe ich den Brustabnäher statt 1,5 cm zum Rand, 0,5 cm vom alten Punkt aus Richtung Mitte verschoben. Und siehe da: Es passt.

Zuversichtlich habe ich also den Stoff – ein Leinen-Mischgewebe mit Polyester-Anteil, was mir allerdings erst nach dem Kauf bewusst geworden ist, der sich dennoch sehr angenehm tragen lässt – mit all den Änderungen sowie einer zusätzlichen Verlängerung von knapp 9 cm zugeschnitten. Und, was ist? Oben immer noch viel zu weit, aber immerhin die Abnäher an der richtigen Stelle, und über dem Po ein wenig zu eng. Argh, zum Haare raufen. An diesem Punkt hab ich dann also nochmal etwas an den Seiten weggenommen, was mir allerdings immer noch nicht gefiel. Also wieder aufgetrennt. Letztendlich habe ich dann zum alten Schnittmuster gegriffen und die Taille eingearbeitet. (Ja, hätte ich das mal gleicht gemacht.) An den Hüften und übern Po musste ich allerdings noch aus der Nachzugabe gut 0,7 Zentimeter auslassen, um mehr Bewegungsfreiheit zu haben. Hatte ich doch beim Verlängern nicht bedacht, dass das Top damit ja auch weiter über die dicken Stellen geht. 😉

Nach dem die Passform endlich stimmte, war der Rest ein Kinderspiel. Arm- und Hausausschnitt mit selbstgemachtem Schrägband versäubert im Handumdrehen und auch den Saum mit Beleg habe ich ohne Schwierigkeiten – abgesehen von der Flutschigkeit des Stoffes – gemeistert. Ja, ja, die Flutschigkeit. Das hat mich doch so manchen Nerv gekostet. Und am Streifen in der Mitte sieht man leider auch, dass es nicht exakt geworden ist. Aber zufrieden bin ich trotzdem. Damit, dass ich den zugegeben einfachen Schnitt passend machen konnte. Mit der fertigen Tunika insgesamt, die eine schöne Silhouette formt.

Fazit also fürs nächste Top: Die Tunika werde ich definitiv wieder nähen. Ich mag die Länge sehr sowie die Luftigkeit des Tops. Ein weiterer Stoff – eine wunderbar leichte Viskose – liegt auch schon bereit. Aber ich werde das Schnittmuster nochmal viel stärker an das alte Schnittmuster anlehnen im Bereich der Brust und Taille, damit ich in der nächsten Runde nicht nochmal soviel auftrennen muss. 🙂 Die Schultern bleiben, Hüfte wird breiter. Eben ein Mix aus alt und neu.

Die Fotos sind übrigens nach einem langen, warmen Tag unterwegs daheim in der Abendsonne entstanden. Wobei ich erstaunt bin, wie wenig Falten der Stoff dafür wirft. Dafür wandert die Tunika vorne etwas in die Länge an der Falte. Auf dem Saum-Foto kann man es ganz gut erkennen, was mich allerdings nicht weiter stört. Mal schauen, wie es nach der Wäsche ausschaut. Zum Tragegefühl kann ich nur sagen: Genau das richtige für das Wetter. Und in Kombination mit der schwarzen Baumwolle-Legings eben genau meins.

(Beitrag ist verlinkt beim Me Made Mittwoch.)