„Breaking Lights“ – Heather Hansen

Buchcover "The Breaking Light" von Heather HansenSplit City Book 1. Erschienen 2017.

Als Arden und Dade sich das erste Mal sehen, ist klar: Die beiden gehören zusammen. Nur gibt es ein kleines Problem. Sie hätten sich niemals sehen dürfen und können niemals zusammen sein. In ihrer Stadt irgendwo im All irgendwann in der Zukunft ist die Sonne nur den Reichen, den Solizen, vorbehalten, während die anderen unterhalb einer statischen Wolke gefangen sind. Noch schlimmer trifft es die Bewohner der Undercity, die zwar direkt auf dem Erdboden leben, aber durch eine steinerne Kuppel von der Welt über ihnen abgeschnitten sind – ohne Möglichkeit, dieser Welt zu entrinnen. Aber Arden ist Mitglieder einer mächtigen Gang, die mit Shine, einer Droge aus dem überlebenswichtigem Vitamin D, dealt und zahlreiche Wege hat, ihr Zuhause in der Undercity zu verlassen und in den oberen Levels zu agieren. Die Solizen sind ihre Erzfeinde – und Dade ist der Erbe des einflussreichsten Solizen-Clans. Es kommt, wie es kommen muss: Die Stimmung zwischen den einzelnen Schichten ist ohnehin schon am brodeln und droht in einen Bürgerkrieg zu enden, in dem Arden und Dade eine Seite wählen müssen.

Heather Hansens erster Roman ist locker, aber dicht geschrieben. Der Einstieg zeigt gleich, in welche Richtung es geht und lässt dennoch viele Punkte offen, wohin die Reise gehen wird. Wie werden sich die Liebenden entscheiden? Wird die Gesellschaft so bestehen bleiben, wie sie ist?  Die Welt, die sie kreiert ist düster, kalt und sehr detailliert.

„Breaking Lights“ ist das erste Buch einer zweibändigen Serie: The Split City. Der zweite Band kommt Anfang Dezember – und das ist auch gut so. Das erste Buch endet nämlich wirklich mitten im Kampf. (Gut, es gibt gerade eine kleine Verschnaufpause, aber es ist immer noch mitten im Kampf.) Und solche Cliffhanger sind echt nicht meins – so lange warten -, aber immerhin ist der Dezember ja nicht mehr so weit weg.  🙂

Fazit: 5 von 5. Ein YA-Roman der wirklich Spaß macht. Ich bin gespannt auf Band 2.

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„Ash and Quill“ – Rachel Caine

akhimo, Buchcover "Ash and Quill - The Great Library 3", Rachel CaineGreat Library Band 3. Erschienen 2017.

Der Kampf von Jess und seinen Freunden gegen die allmächtige Große Bibliothek geht in die nächste Runde. Nach der Flucht aus dem brennenden London, finden sich Jess, Morgan, Kaliha, Dario, Glain, Thomas, Wolfe und Santi in der Hauptstadt der Burner, Philadelphia, wieder. Aber auch hier sind die 8 nicht sicher. Die Stadt steht seit 100 Jahren unter Belagerung durch die High Garda, für die Burner repräsentieren sie nach wie vor den Erzfeind, die Bibliothek. Nur die Tatsache, das sie bereit sind ihnen eine Druckmaschine zu bauen sowie mit der Übersetzung einzigartiger Originale zu helfen, bewahrt sie vor dem Gefängnis in der gefangenen Stadt. Doch dann geht alles schief und sie müssen fliehen bevor Philadelphia auf bestialische Weise dem Erdboden gleich gemacht wird. Nur werden ihre Helfer ihnen wirklich Sicherheit bieten können oder spielen auch sie nur ein falsches Spiel?

Rachel Caine bleibt sich auch im dritten Band ihrer Serie treu. Die Geschichte ist gut und detailliert geschrieben, die Bilder werden im Kopf lebendig und die Story ist genial. Einfach gutes Kopfkino. Allerdings habe ich diesmal sehr lange gebraucht um in die Geschichte reinzukommen. Die ersten 40 Prozent haben sich für mich gezogen, erst mit der Flucht aus Philadelphia hat es mich richtig gepackt. Ein Grund dafür dürfte sein, dass ich mich einfach geärgert habe, dass dies eben nicht der letzte Band der Serie war. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass die Geschichte noch mehr hergibt und es nicht künstlich in die Länge gezogen wird. Daher war ich einfach davon überzeugt, „Ash and Quill“ müsste der Abschluss der Story sein. Tja, man kann sich auch mal täuschen. 🙂

Das Buch ist gut, wenn auch nicht so gut wie die beiden ersten Bände. Die Burner bekommen ein genauer definiertes Gesicht und ihre Position wird verständlicher. Außerdem wird Jess‘ Familie stärker beleuchtet und ihre Rolle deutlicher gezeichnet. Ja, der dritte Band ist eindeutig ein Übergang zum Finale (diesmal hoffentlich 😉 ), der die Protagonisten an die richtigen Positionen bringt. Er macht Sinn. Und der Cliffhanger ist noch fieser als in Band 2. Argh. (Aller Wahrscheinlichkeit nach müssen wir dann auch noch wieder ein Jahr warten, bis der sich auflöst.)

Fazit: 4,5 von 5 Sternen. Ein würdiger Band 3, der die Neugierde auf das Finale weckt.

„The Paladin Caper“ – Patrick Weekes

akhimo, Buchcover "The Paladin Caper", Rogues of the Republic, Band 3, Patrick WeekesRogues of the Republic, Band 3. Erschienen 2015.

Mit Band 3 seiner Trilogie legt Patrick Weekes tatsächlich noch einen drauf. Die Story ist noch umfangreicher, eine Welt reicht nun nicht mehr als Schauplatz der Geschichte. Und dabei ist die Geschichte so kurzweilig zu lesen, wie die beiden Vorgänger. Auch wenn natürlich auch hier das Prinzip und die Aufgabe klar ist: Die Republik bzw. die Welt retten mit nur einem kleinen Team an Trickbetrügern.

Die Ancients, die einst die Welt verlassen haben und deren magischen Hinterlassenschaften von den Menschen genutzt werden und die Feen erschaffen haben, kehren zurück und wollen sich die Welt wieder untertan machen. Und sie haben die Macht über die höchsten Kreise der Gesellschaft. Um die Versklavung und Ausbeutung aller Wesen zu verhindern und ihre Welt zu retten, müssen Loch und ihre Team ihren größten Trickbetrug durchziehen – und dabei überraschende Verbindungen eingehen und frühere Entscheidungen hinterfragen. Die Wendungen sind schnell und zahlreich und erst nach und nach erscheinen eigentlich klare Ereignisse in ganz neuem Licht.

Ansonsten besticht auch der dritte Band durch die detailliert gezeichneten Charaktere und ihre Dialoge sowie der gut beschriebenen Szenerie und ausdrucksstarken Szenen. Politische und zeitgeschichtliche Vergleiche zu unserer Welt treten noch stärker ins Licht wie beispielsweise auch die Rolle der Medien, der Puppenspieler, da sie nochmal von anderen Seiten beleuchtet werden.

Fazit: 5 von 5. Diese Trilogie macht einfach Spaß.

„The Prophecy Con“ – Patrick Weekes

akhimo, Buchcover "The Prophecy Con", Rogues of the Republic, Band 2, Patrick WeekesRogues of the Republic, Band 2. Erschienen 2014.

Im zweiten Band der Rogues of the Republic-Trilogie legt Patrick Werkes noch eines drauf: Die Geschichte ist dunkler, brutaler, die Wesen gruseliger – und doch geht der Witz in den Unterhaltungen nicht verloren.

Loch und ihr Team aus hochbegabten, nicht mehr ganz so Kriminellen haben zwei Möglichkeiten den drohenden Krieg zwischen der Republik und dem Empire zu verhindern. Entweder wird Loch an das Empire ausgeliefert und inhaftiert oder sie holen das Elfenbuch zurück, das sie im ersten Band gestohlen haben, damit es als Reparationskosten an das Empire geht. Natürlich entscheidet sich Loch für den zweiten Weg und eine Verfolgungsjagd bis ins Elfenland beginnt. Aber die Rückgewinnung des Buches ist schwerer als gedacht. Vor allem, wenn die Ancients ihre Finger ebenfalls im Spiel haben und Loch und ihre Team mit allen Mitteln daran hindern wollen, das Buch zu beschaffen, Tote mordend umher wandeln und die Republik und das Empire auf zerstörenden Eskalationskurs sind.

Die Wendungen in „The Prophecy Con“ sind schneller, unerwarteter, zahlreicher. Weekes erweitert Lochs Welt um weitere Ebenen und Wesen. Die Feen werden detaillierter und vielseitiger, Zwerge und Elfen erhalten ihre Auftritte, aber auch die Menschen zeigen mehr Facetten und Unterschiede. Kurz: Die Welt wird bunter. Die Hauptcharaktere brillieren mit ihren scharfen Zungen und bissigen Antworten, ihrem scharfen Geist, der die Betrügereien und Tricks erst ermöglichen. Die Geschichte ist treibend und wie auch der vorherige Band flüssig geschrieben und gut weg zu lesen. Die politischen und zeitgeschichtlichen Anspielungen auf unsere Welt fallen mir in diesem Band stärker auf und sind präsenter. All umfassende Themen wie Rassismus, Hochrüstung, Agitation beispielsweise.

Für Kindle-Leser habe ich übrigens noch einen Tipp: Unbedingt weiterlesen nach der Danksagung bzw. dem typischen Bildschirm mit dem Hinweis auf andere Bücher seitens Amazon. Es gibt ein sehr wichtiges Post Scriptum, dass den Einstieg in den dritten Band erleichtert (und den ansonsten superfiesen Cliffhanger etwas entschärft.)

Fazit: 5 von 5. Ein ungewöhnlich starkes Buch für einen zweiten Band einer Trilogie und eine sehr gute Überführung in den dritten Teil.

„The Palace Job“ – Patrick Weekes

akhimo, Buchcover "The Palace Job" von Patrick WeekesRogues of the Republic, Band 1. Erschienen 2013.

Ocean’s Eleven trifft Fantasy gewürzt mit einer großen Portion Humor. Treffender ist Patrick Weekes Auftakt der „Rouges of the Republic“-Trilogie in meinen Augen nicht zu beschreiben. Es ist eine spannende, teils lustige, facettenreiche Geschichte eines unmöglich scheinenden Raubüberfalls à la Robin Hood, in der dem Leser sämtliche Figuren eines klassischen Fantasy-Romans begegnen.

Loch, ehemalige Führerin einer Erkundungseinheit während des Kriegs der Republik gegen das Empire, plant einen spektakulären Raubüberfall mitten in den höchsten Regierungsreihen um ein Manuskript zu stehlen, was einst ihrer Familie gehörte. Dumm nur, dass sie gerade zusammen mit ihrem treuen Kameraden Kail, der die Mutter-Witze in wirklich jeder Sprache beherrscht, gerade in dem sichersten und gefährlichsten Gefängnis der Republik sitzt. Vorbehalten allein den Feinden der Regierung und üblen Gestalten. Nachdem ihr das Unmögliche gelingt, scharrt sie eine Reihe illustrer Gestalten – eine Einhorn, das seine Gestalt ändern kann, einen Zauberer, eine Todes-Priesterin, einen sprechende Kriegshammer, eine Safeknackerin, ein imperialistischer Mönch und einen unscheinbaren Jüngling – um sich. Zusammen haben ihre Fähigkeiten das Potential, das der Raubüberfall gelingt – wenn sie nicht vorher von der republikanischen Polizei und den dunklen Schergen des Archvoyant Silestin, Lochs Erzfeind und Oberster der Republik, daran gehindert werden.

Weekes hat einen entspannten Schreibstil. Die Sprache ist teils sehr derb – eben ein Buch für Erwachsene. Seine Story ist nicht platt und überzeugt mit immer neuen Wendungen. Die Charaktere sind durchaus mehrschichtig, soweit es der Geschichte gut tut. Die Welt ist ebenfalls sehr gut beschrieben. Eine klassische Gut-gegen-Böse-Geschichte, der Underdog gegen das Übel von oben. Und auch wenn es der Auftakt einer Trilogie ist, ist die erste Geschichte abgeschlossen – auch wenn natürlich der ein oder andere Hinweis bereits in den Folgeband hineinführt. (Nicht nur in diesem Punkt erinnert „Rogues of the Republic“ wirklich an Ocean’s Eleven.)

Fazit: 4,5 von 5 Sternen. Für Fantasy-Freunde und Fans von Raubgeschichten. Mir hat es sehr gut gefallen. Allein an den Schlusssequenzen haben mich ein paar Sachen gestört. Der zweite Band liegt aber zumindest schon bereit.