Kleines Fest mit kleinen Kindern ?!

Nach sechs Jahren haben wir in diesem Jahr wieder Glück gehabt und die Möglichkeit das Kleine Fest im großen Garten, den Herrenhäuser Gärten in Hannover, am letzten Veranstaltungswochenende zu besuchen. Nur hat sich seitdem ja so einiges in unserem Leben getan… Hm, eine Open-Air-Kleinkunst-Veranstaltungen, die bis spät in den Abend geht – geht das wirklich mit zwei kleinen Kindern? Während mein kinderfreies Ich eher gesagt hätte, die gehören doch ab 8 spätestens ins Bett, sehe ich das mittlerweile ganz anders (also zumindest mal ab und zu). Es geht. Und wie. Es war ein wunderschöner Sommerabend (hatten wir Glück mit dem Wetter!), die beiden Sonnenscheine waren verzaubert von den zahlreichen Künstlern und der Atmosphäre, kleine Tiefs durch Bewegung schnell überwunden und wir hatten einen sehr entspannten Abend – und am nächsten Tag durften wir sogar ein wenig ausschlafen. (Soweit man 8 Uhr als Ausschlafen bezeichnen mag. 😉

Bei weit über 100 internationalen Künstlern, die auf rund 30 Bühnen und als Walkacts in den Herrenhäuser Gärten wandelten und begeisterten, konnten wir natürlich nicht alles sehen. Wir haben in diesem Jahr vor allem viel Akrobatik gepaart mit zahlreichen komödiantischen Elementen gesehen. Und es definitiv nicht bereut.

Aber einfach mal der Reihe nach. Los ging es traditionell nach dem Einlass um 17.15 Uhr mit einem mitgebrachten Picknick am Rand des Barockgartens – liebevoll hergerichtet von unserer Begleitung und sehr schmackhaft. Dabei konnten auch die ersten Künstler bestaunt und begrüßt werden. Eine wirklich einzigartige Atmosphäre, wenn weit über 1000 Leute aller Altersklassen gemütlich picknicken. Mit unserem großen faltbaren Bollerwagen, der vor allem als Rückzugsort für die Kleinen diente, wenn sie mal eine Pause brauchten – oder auch notfalls als gemütliche, wenn auch beengte Schlafstätte – sind wir dann zu den einzelnen Bühnen durch den Großen Garten gezuckelt.

Die Künstler auf den Bühnen

Cia La Tal aus Katalonien zeigte mit der Incredible Box eine amüsante Hommage an vergangene Zirkuszeiten. Eine Show, die seit Jahrzehnten immer gleich ist, immer gleich aufgeführt wird – was passiert? Genau das versucht Cia La Tal zu beantworten. Als Einstieg für die Kleinen leider nicht ganz ideal, da es relativ laut, die Figur des Direktors doch etwas beängstigend in seiner Überzeichnung und die Ironie für sie noch nicht verständlich war. Aus etwas Entfernung betrachtet allerdings dann doch faszinierend. Akrobatik und Tanz zeigten die fünf Jambo Brothers aus Kenia. Einfach nur genial. Gute Musik, tolle Stunts, beeindruckende Figuren – eine Show die allen Laune machte.

manoAmano aus Argentinien bewiesen Schwindelfreiheit mit ihrer Duo-Akrobatik am chinesischen Pfahl (bis zu sechs Meter hoch). Eine wirklich beeindruckende Show mit viel Witz. Allerdings fand die Vorstellung nicht auf einer erhöhten Bühne statt, sondern direkt auf dem Rasen, weshalb gerade die Elemente am unteren Teil der Stange nur wirklich gut in den ersten beiden Reihen sitzend oder in der ersten Reihe stehender Zuschauer zu sehen war. Gut, dass man dann noch locker auf den Schultern der Großen Platz nehmen kann. Partnerakrobatik neben und auf dem Rola Bola mit viel Witz und Charme präsentierten Lotta & Stina aus Finnland – die sich dabei auch gleich aller Zwänge der weiblichen Eleganz entledigten. Wirklich witzig, mir aber ein ticken zu lang. Die Position der Bühne zwischen der Glockenfontäne und den Schwanenteichen bot übrigens einen sehr schönen Hintergrund in der Abenddämmerung.

Nach einer kleinen gemütlichen Pause auf den Perserteppichen der Moccazelte mit Blick auf zahlreiche Walkacts und einem Tee in der Hand näherte sich unserer Kleinkunstabend auch dem Ende. Clownerie und Akrobatik mixte das Duo ComicCasa: Die renommierten Clowns Karen und Gil lieferten mit ihren Alter-Egos Hermann und Henriette, zwei Reinigungskräfte, eine witzige, abwechslungsreiche und kurzweilige Vorstellung. Nach einem kurzen Blick auf LaMetta, die eine sehr langsame, getragene, aber nicht weniger beeindruckende Drei-Mann-Akrobatik darboten, haben wir uns zum Schluß noch den Auftritt der italienischen Microband angeschaut. Die zwei Musiker und Komiker nehmen berühmte Klassiker auseinander und setzen sie ganz neu zusammen. Gut, aber ehrlich gesagt nicht das Highlight des Abends. Allerdings auch ein guter Abschluss, wenn man auf das Feuerwerk aus Hörschutzgründen und einem schnelleren Ausgang (schließlich wollen dann nicht plötzlich Hunderte gleichzeitig durch ein kleines Tor) dann doch lieber den Abend um kurz nach 10 beendet. (Der Weg in den Norden ist schließlich noch lang genug. 🙂 )

Walkacts

Neben den Künstlern auf den Bühnen, faszinierten aber auch vor allem immer wieder die Walkacts, die mit den Zuschauern und Lustwandlern interagierten. Da wäre z. B. Frau Huber mit ihrem Huhn Anneliese vom Theater Pikante, die für jeden Pflegetipp in Sachen Hühnerhaltung dankbar war, oder Stelzenläufer wie die Nachtfee und Abendröte von Pantao, die mit ihren schreitenden Bewegungen die Blicke auf sich zogen.

Die Meerjungfrau in ihrer runden beleuchteten Schaukugel – The Show Globe – mit tanzenden Algen und Seifenblasenmaschine hatte vor allem auf die zahlreichen Kinder eine ganz besondere magische Wirkung. Wenn die Kleinen ihre Hände an den gläsernen Globus legten und die Meerjungfrau von innen ebenfalls die Hülle sanft berührte, lächelte und Handküsschen gab – herrlich. Gerade in der Dämmerung entfaltete dieser Walkact mit seiner geheimnisvollen Beleuchtung eine ganz besondere Magie.

Habt Ihr Lust bekommen? Dann bewerbt euch doch für das Kleine Fest im kommenden Jahr sobald es möglich ist. Ein kleines Glücksspiel – an manchen Tagen bewerben sich immerhin laut Veranstalter mehr als 7x so viele Personen als Karten vorhanden sind -, aber vielleicht habt ihr ja Glück. Es lohnt sich auf jeden Fall. Diese Veranstaltung ist einfach einzigartig und definitiv sehenswert – in jedem Alter. Wir werden es auch 2018 wieder versuchen.

 

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