Jeans im Sashiko-Style

In meinem #Haulternative-Post hatte es ich ja schon angedeutet: Es war mal wieder Zeit für eine kleine Jeans-Reparatur. Zum einen musste ich meine alte Lieblingsjeans, die ich im letzten Jahr schon an Sashiko angelehnt gestopft habe, erneut unter die Nadel, zum anderen hatte mittlerweile die nächste meiner viel getragenen Jeans Löcher an Knie und Po. Und da ich es einfach nicht gern mag mit Löchern in der Jeans (abgewetzt aussehen dürfen sie, aber auch nur ein Fitzelchen Haut durchblitzen lassen, mag ich nicht) rumzulaufen, habe ich ein paar Jerseyreste, die ich hinter die Löcher lege – Vorteil: es franst nicht – , Nadel und Faden zusammengesucht und einfach drauf los gewerkelt.

Bei meiner Jeans aus dem letzten Jahr haben sich die Nähte aufgelöst, was wohl auch daran lag, das Nähtwist nicht auf derartige Beanspruchung ausgelegt ist. Daher habe ich mir nun extra Sashiko-Nähgarn in drei Farben und dazu auch richtige Sashiko-Nadeln bestellt. Mit den Nadeln ist das Nähen durch den schweren Jeansstoff wirklich sehr leicht und das Garn ist hoffentlich robuster. Die Zeit wird es zeigen. Da ich allerdings ein wenig faul war und durchaus auch den Scham der gerissenen alten Fäden mag, habe ich einfach neben die alten Nähte neue Nähte in einem Off-White gesetzt. Am gleichen Bein hat sich auch in der Kniekehle ein Loch gezeigt. Das habe ich versucht in einer klassischen Stopftechnik zu stopfen. Ist noch verbesserungswürdig, aber definitiv erst einmal dicht – und beim nächsten Mal wird es sicherlich schon besser.

Die Reparaturen an der anderen Hose haben etwas mehr Zeit in Anspruch genommen. Da an den Kanten des Lederlabels sowie an der oberen Ecke der rechten Gesäßtasche bereits größere Löcher entstanden sind, habe ich beides abgetrennt um besser stopfen zu können. (Das war eine ganz schöne Arbeit. Die Nähte waren wirklich fest.) Ich habe mich für eine etwas künstlerische Herangehensweise entschieden und einfach mal verschiedene Muster und Formen ausprobiert. Ein richtiges kleines Kunstwerk ist so entstanden, was fast schon wie gewollt ausschaut. Das Loch am linken Knie habe ich mit einem Jerseyrest hinterlegt und dann mit Stichen rundherum fest genäht. Durch das Loch blitzt nun immer ein kleiner Anker.

Der von mir gewählte Weg der Jeans-Reparatur ist vielleicht nicht unbedingt klassisch (ich trenne beispielsweise nicht erst an den Seitennähten auf, um den hinterlegten Stoff einmal mit der Maschine festzunähen, sondern stecke den Hintergrundstoff einfach mit Sicherheitsnadeln fest und nähe mit einfachen Stichen drauf los), aber mir gefällt er und es erfüllt seinen Zweck. Ich trage die geliebten Kleidungsstücke weiter, denn für Spielplatz und den Alltag mit den beiden Sonnenscheinen reicht es locker, auch wenn ich für die Arbeit und bestimmte Termine lieber heile Hosen trage. Es schont Ressourcen und die Umwelt. Das Nähen per Hand ist unglaublich meditativ, aber auch gleichzeitig sehr kommunikativ, wenn man es in Gesellschaft macht. Und vor allem habe ich am Ende eine sehr individuelle Jeans in den Händen, die so sicherlich kein zweiter hat und die zudem auch noch eine Geschichte erzählen kann. Eben eine weitere #Haulternative.

(Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag, HoT und mamimades #Haulternative.) 

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9 Gedanken zu „Jeans im Sashiko-Style

  1. Pingback: Kimono Tee mit Ankern | akhimo

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