Eine Braut als Friedensangebot

Buchcover Theresa Tomlinson "The Tribute Bride"„The Tribute Bride“, Theresa Tomlinson, 2014.

Letztens hatte ich euch doch ein Buch vorgestellt, bei dem ich fürs Lesen über ein Jahr gebraucht habe und fürs Schreiben der Buchvorstellung gerade mal ein paar Minuten. Tja, bei dieser Buchvorstellung verhält es sich genau anders herum. 🙂 Das Buch habe ich sehr schnell durchgehabt, aber das darüber Schreiben… Na ja, sagen wir es mal so. Ich habe bestimmt schon ein halbes Dutzend Ansätze gehabt – und sie dann wieder gelöscht. Nun soll es aber endlich klappen. Ich bin hochmotiviert. 🙂

Nachdem zu Beginn des 7. Jahrhunderts eine Flut die Ernte des Königreichs Deira (gelegen im Nordwesten Englands) zerstörte, sieht König Aelle keine andere Möglichkeit als seine Tochter Acha dem Herrscher des Königreichs Bernicia als Zweitfrau anzubieten. Nur so glaubt er, den Frieden zwischen den beiden Reichen zu sichern. Aethelfrid, ein gefürchteter Krieger und König, hat zwar bereits eine Königin, Bebba, aber keine lebenden Nachkommen. Acha soll ihm diese schenken – und noch viel mehr: Seinen Hunger nach Macht stillen. Allein, isoliert und immer wieder in Gefahr, findet Acha schließlich ihren Weg und Vertraute in einer Welt voller Umbrüche. Ihre Söhne werden Könige, das angelsächsische Königreich Northhumbria entsteht.

Theresa Tomlinson gibt mit „The Tribute Bride“ der historischen Acha, die als „Mother of Kings“ bezeichnet wird, eine Stimme. Sie zeichnet ein mögliches, sehr nachvollziehbares und glaubhaftes Bild des Lebens dieser Frau, die in einer blutigen, kriegerischen Zeit lebte. Die Geschichte wird größtenteils aus ihrer Sicht erzählt und auch die anderen Hauptcharaktere sind weiblich: Königin Bebba, Achas alte Kinderfrau und Hebamme, ihre Dienerinnen. Nicht die Männer und ihr Leben steht im Vordergrund, sondern das der Frauen. Mit all den Konsequenzen, die die Entscheidungen der Männer, vornehmlich in Aethelfrid in seinem Machtstreben, für sie haben. Ja, die Geschichte ist blutig, traurig, aber auch sehr stark und mutmachend. Die historischen Kenntnisse Tomlinsons kommen in jedem Detail des Romans zum tragen. der Leser merkt, wie sehr sich die Autorin mit der Zeit auseinandergesetzt hat.

Fazit: Wer sich für angelsächsische Geschichte interessiert oder für die Rolle von Frauen zu dieser Zeit, sollte unbedingt einen Blick in das Buch werfen.

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