Najin geht ihren eigenen Weg

Calligrapher-s_daughter_Kim„The Calligrapher’s Daughter“, Eugenia Kim, 2013.

Kennt ihr das auch? Eigentlich findet man ein Buch richtig gut, aber wenn es dann darum geht etwas darüber zu schreiben, schwirren einem plötzlich tausend andere Gedanken im Kopf aber nichts zu dem Buch. Die Seite bzw. der Texteditor bleibt einfach leer und der Cursor blinkt immer eindringlicher vor sich hin. Spätestens dann verschiebe ich das Vorhaben erst einmal – und die Buchvorstellung rückt immer weiter nach hinten im Blogplan. So erging es mir mal wieder mit Eugenia Kims „The Calligrapher’s Daughter“. Wo und wie anfangen? Was zeichnet es für mich aus? Tja, gar nicht so einfach, diese Fragen manchmal zu beantworten…

Han Najin (oder für unser westliches Namensverständnis Najin Han) wächst im vom Japan annektierten Korea Anfang des 20. Jahrhunderts auf. Sie entstammt einer alten angesehenen Familie. Ihr Vater, ein hochdotierter Künstler und Kalligraph, ehrt die koreanischen Tradition und begehrt gegen die Japaner auf. Ihr Mutter ist eine bekennende Christin, die ihre traditionelle Rolle akzeptiert. Für ihre Tochter wünscht sie sich allerdings mehr und ermöglicht ihr – teils auch gegen den Willen des Vaters – eine höhere Schuldbildung und sogar das Studium. Die japanische Okkupation, der zweite Japanisch-Chinesische Krieg sowie der 2. Weltkrieg werfen aber ihre Schatten auf die Han-Familie und bestimmen ihr Schicksal.

In ihrem Debutroman verarbeitet die US-Amerikanerin Eugenia Kim, Tochter koreanischer Einwanderer, die Geschichte ihrer Eltern. Auch wenn „The Calligrapher’s Daughter“ damit auf Tatsachen beruht, sind Najin und ihrer Familie aber Fiktion. Neben den Einblicken in das traditionelle Leben koreanischer Familien der Mittel- und Oberschicht gibt Eugenia Kim auch eine einzigartig mitreißende Geschichtsstunde. Kim vermag es den Leser in die Welt Najin Hans eintauchen zu lassen. Man fühlt mit Najin, auch wenn einem ihre Welt sehr fremd ist.

Fazit: Ein guter Roman über die jüngere Geschichte Koreas.

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2 Gedanken zu „Najin geht ihren eigenen Weg

  1. Ja, um Deine Frage zu beantworten. Bei mir stapeln sich leider auch so einige Bücher, die ich schön längst vorgestellt haben wollte. Vielleicht tröstet Dich das ja ein wenig 😉
    Ansonsten danke für die Buchvorstellung. Dir ist ja dann doch noch etwas eingefallen und es macht sogar neugierig auf das Buch.
    Liebe Grüße von der Silberdistel

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