Liebe und Loyalität in Zeiten des Krieges

Spy_Lover_Kiana_Davenport„The Spy Lover“, Kiana Davenport, 2012.

Die Kindle-Deals des Tages bzw. der Woche interessieren mich häufig nicht. Irgendwie sprechen mich die angebotenen Titel nicht an. Und dann gibt es immer einmal wieder welche, die muss ich unbedingt haben. Weil ich z.B. schon andere Bücher von dem Autor gelesen habe. Oder die Geschichte mich einfach sofort angesprochen hat. So war es auch mit Kiana Davenports „The Spy Lover“. Es hat sich wirklich gelohnt.

Amerikanischer Bürgerkrieg. Der Chinese Johnny Tom wird von den Konföderierten zwangsrekrutiert, schafft es aber bei erster Gelegenheit zu fliehen und kämpft fortan für die Armee des Nordens. Dabei verliert er den Kontakt zu seiner Familie. Auf der Suche nach ihrem Vater wird Era Tom von der Union zur Spionage überredet – im Austausch gegen Informationen über den Verbleib ihres Vaters. Fortan arbeitet sie als Krankenschwester für die Armee des Südens und spioniert für den Norden. Doch dann begegnet Era die Liebe in Form des konföderierten, einarmigen Kavallerie-Reiters Warren Petticomb – und sie hadert mit ihrer Rolle. Wem gehört ihre Loyalität? Und wie verändert der Krieg die Menschen?

Historischer Roman, Kriegs- und Tatsachenbericht, Liebesgeschichte – „The Spy Lover“ ist alles auf einmal. Sehr detailliert stellt die Hawaiianerin Kiana Davenport, die für ihren Roman fünf Jahre recherchierte, die Grausamkeiten des amerikanischen Bürgerkrieges dar. Sie zeigt wie Minderheiten von beiden Seiten für ihre Zwecke ausgebeutet, wie die Soldaten systematisch von Drogen abhängig gemacht wurden, wie Frauen Opium gewonnen haben. Gleichzeitig ruft sie mit ihrem Roman aber auch ihre Vorfahren in Erinnerung. So kämpfte ihr Vorfahre Warren Rowan Davenport als Kavallerie-Reiter für die Konföderierten. Warren Petticomb ist ihm nachempfunden. Johnny Tom basiert auf ihrem Vorfahren John Tommy Kam, der aus Canton an die Ostküste der USA emigrierte und für den Norden im Bürgerkrieg kämpfte. Sie selbst sagt auf ihrem Blog über „The Spy Lover“:

„I never planned to write an historical novel, or a love story, or a spy thriller, or a story about how brave Chinese soldiers were used as throw-aways in the Civil War. I simply set out to tell the story of my ancestors, who fought on opposing sides of that War.“

Die Story ist sehr flüssig geschrieben und zieht einen in den Bann. Die Figuren sind zwar nicht sehr vielschichtig angelegt, funktionieren aber in der Handlung. Und das ist ja erst einmal die Hauptsache. Erzählt werden die einzelnen Handlungen aus Sicht der drei Protagonisten. Allerdings muss ich auch gestehen, dass ich in die Geschichte nicht auf Anhieb hineingefunden habe. Das hat doch ein paar Seiten gedauert. Erst mit dem Auftritt Eras fiel es mir schwer meinen Kindle zur Seite zu legen.

Fazit: Lesenswert und informativ.

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