Vier Bücher später

Zeit, Energie – mal wieder viel zu wenig davon in den letzten Wochen. Aber nun. Vier gute Bücher, lehrreich, traurig, amüsant und kurzweilig, sind das Leseergebnis der letzten Wochen, die einfach wieder einmal viel zu schnell an einem vorbeigezogen sind.

—————–

„Gute Geister“ (Original: The Help), Kathryn Stockett, 2011.

„Gute Geister“ erzählt den Weg dreier extrem mutiger Frauen, die aus ihren von der Gesellschaft vorgeschriebenen Rollen ausbrechen: Afro-Amerikanerin Aibileen (52), Dienst- und Kindermädchen für die Leefolt-Familie, Afro-Amerikanerin Minny (36), die wegen ihrem losen Mundwerk ihren Job verliert und nun für einen Marilyn-Monroe-Verschnitt arbeitet, sowie Eugenia „Skeeter“ Phelan (22), just daheim vom College und auf Jobsuche. Die drei Frauen leben in Jackson, Mississippi, zu Beginn der 1960er. Die Rassentrennung bis ins kleinste Detail bestimmt ihr Leben: Während Aibileen, Minny und ihre Kolleginnen zwar Mutterersatz für fast alle weißen Kinder Jacksons sind, dürfen sie beispielsweise ja nicht die gleiche Toilette wie ihre weißen Arbeitgeber benutzen. Gemeinsam mit Skeeter, die davon träumt als Journalistin erfolgreich zu werden, schreiben sie auf, wie es zu Beginn der Bürgerrechtsbewegung wirklich ist für weiße Familien im Süden Amerikas zu arbeiten. Ein Risiko, dass sie mit ihrem Leben bezahlen könnten.

Die Charaktere sind lebensnah, mit Ecken und Kanten, menschlich gezeichnet und wachsen einem schnell ans Herz. „Gute Geister“ ist ein richtiger Pageturner. Übrigens, auch den Film sollte man sich definitiv anschauen. Zwar ist manches anders dargestellt, aber die Geschichte und ihre Wucht auf den Leser bzw. Zuschauer ist ungebremst. Aber natürlich sollte man das Buch vorher lesen.

Fazit: ein absoluter MUSS-Roman.

—————–

„The way we were“, Elizabeth Noble, 2011.

Während ihrer Schulzeit waren Susannah und Rob ein Liebespaar, aber nach ein paar Jahren trennen sie sich. Jeder geht seinen eigenen Weg, lernt neue Partner kennen. Knapp 20 Jahre später treffen sie sich zufällig auf einer Hochzeit wieder. Susannah, die in einer unglücklichen Beziehung lebt, fängt an sich zu fragen, was wäre wenn. Und auch Rob geht es nicht anders. Könnte ihre Liebe eine zweite Chance bekommen? Elizabeth Nobles Roman ist zwar durchweg eine romantische Liebesgeschichte, aber doch mehr. Nicht nur zu letzt wegen dem nicht ganz erwarteten/erhofften Ende, sondern auch wegen der wunderbaren Freundschaft zwischen Susannah und ihrer besten Freundin Amelia, die die übliche Krebskarte in den Roman einbringt. Ein wenig vorhersehbar ist es und die Charaktere auch nicht besonders vielschichtig, aber amüsant und ein netter Zeitvertreib ist die Lektüre ebenfalls.

Fazit: zum Zugfahrten verkürzen geeignet – wer es mag.

—————–

„In einem anderen Buch“ (Original: Lost in Good Book), Jasper Fforde, 2011.

Thursday Next is back. Nachdem sie gerade die Welt vor dem üblen Schurken Acheron Hades gerettet und nebenbei auch noch das Ende von „Jane Eyre“ ins uns bekannte Ende gewandelt hat – ja, Nexts England 1985 ist um so vieles anders als unsere -, stünde ihr eigentlich nun endlich mal Erholung zu. Aber die wird ihr einfach nicht gegönnt. Weder von ihren Vorgesetzten, die Thursday zu PR-Zwecken ausnutzen wollen, noch die Goliath Cooperation, die von Next verlangt in Poe’s Gedicht „Der Rabe“ einzukehren. Findet sie keinen Weg in das Gedicht, wird ihr Frischangetrauter und Vater ihres ungeborenen Kindes weiterhin genichtet bleiben – also niemals existiert haben. Nur Thursdays Erinnerungen an ihn bleiben. Und zu guter letzt versucht auch noch jemand Thursday durch manipulierte Zufälle zu töten. Aber wer?

Wie schon der erste Thursday Next Fall ist auch der zweite wieder gespickt mit zahlreichen Absurditäten. „Intelligenter Nonsens hoch drei“, wie es der NDR meint. Und für den zweiten Band hat Fforde sich noch viele weitere einfallen lassen. Natürlich immer mit jeder Menge Bezug zu den großen Romanen der Literatur. Da verzeiht man auch die paar Längen zwischendurch.

Fazit: Sehr schöne Fortsetzung.

—————–

„Flavia de Luce 4 – Vorhang auf für eine Leiche“ (Original: I am Half-Sick of Shadow), Alan Bradley, 2012.

Ach, was soll man anderes sagen? Flavia wie sie leibt und lebt. Weiße Weihnachten stehen vor der Tür und Buckshaw verwandelt sich in einen Filmset – den Geldsorgen des Colonel de Luce sei Dank. Während die Filmcrew und die Stars Buckshaw für sich einnehmen, bereitet Flavia sich auf ihren großen Coup vor: Sie will den Weihnachtsmann fangen (ja, das Chemie-Wunderkind ist eben doch nur ein Kind und glaubt noch an den Weihnachtsmann). Aber natürlich gibt es auch wieder eine Leiche und wieder stolpert Falvia als erste über sie. Und die Liste der Verdächtigen ist diesmal schier unendlich, denn Halb-Bishop’s Lacey befindet sich für eine kleine Theateraufführung der Filmstars auf Buckshaw – und ist wegen eines Blizards in dem Herrenhaus gefangen.Wie auch die vorherigen drei Kriminalfälle zeigten, hat Flavia ihren ganz eigenen Spürsinn, mit dem sie dem Mörder auf die Schliche kommt.

Fazit: kurzweilig wie immer.

Advertisements

4 Gedanken zu „Vier Bücher später

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s