Ein Treffen mit dem Leben

„Ein Moment fürs Leben“ (Original: The Time of my Life), Cecila Ahern, 2011.

Wäre es nicht einmal interessant, seinem eigenen Leben zu begegnen? Zu sehen, was ihm gefällt, was ihm gut, was ihm schlecht bekommt? Ob es ihm überhaupt so gefällt? Für Lucy Silchester wird diese Begegnung in Cecila Aherns neuestem Roman „Ein Moment fürs Leben“ Realität.

Die 29-Jährige wurde von ihrer großen Liebe verlassen, hat ihren Job verloren, musste in ein kleines Apartement ziehen und arbeitet nun in einem schlecht bezahlten Job, der ihr so gar nicht gefällt. Aber sie ist zufrieden mit ihrem Leben – behauptet sie zumindest, schließlich weiß niemand von diesen Dingen. Für Familie und Freunde sieht Lucys Welt anders aus: Nicht sie wurde verlassen, sondern sie hat ihn verlassen – sehr zum Missmut der gemeinsamen Freunde. Sie wurde nicht gefeuert, sondern konnte sich nicht mehr mit ihrem alten Arbeitgeber identifizieren. Die neue Wohnung ist der Hit, nur einfach nicht aufgeräumt. Bis ihr Leben ein Treffen mit ihr einfordert. Lucy ist geschockt über den Zustand der Person, die sich als ihr Leben vorstellt. Und sie muss sich eingestehen: in ihrem Leben ist überhaupt nichts in Ordnung. Die Lügen der vergangenen Jahre haben sich zu einem undruchdringlichen Netz verwebt, in dem Lucy nicht mehr sie selbst sein kann, ihre Gefühle keinen Raum mehr haben. Zeit, das zu ändern. Und ganz zufällig begegnet ihr dabei natürlich die große Liebe.

Okay, zugegeben, Cecilia Aherns Romane sind schon ein wenig kitschig, vorhersehbar und immer mit Happy End. Aber sie haben definitiv immer das besondere, magische Etwas. „Ein Moment fürs Leben“ ist da keine Ausnahme. Die Idee, die Chance zu bekommen, sich einmal mit seinem eigenen Leben in Person auseinanderzusetzen, ist skurril und außergewöhnlich. Vielleicht nicht immer einfach umzusetzen, aber Ahern ist dies durchaus gelungen. Zu Beginn zieht es sich zwar teilweise, aber hat man diese Längen erst überwunden, lässt sich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Nachdenken inklusive: Was würde wohl mein Leben über sich sagen?

Fazit: Ein sehr schöner Ahern-Roman.

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2 Gedanken zu „Ein Treffen mit dem Leben

  1. Ich habe von C. Ahern bisher nur „P.S. Ich liebe Dich“ gelesen. Ich war auch nicht soooo begeistert wie offensichtlich die Masse ihrer Leser. Ich habe dann mit zwiespältigen Gefühlen den Film, der nach diesem Buch gedreht wurde, gesehen. Der hat mir allerdings ausgesprochen gut gefallen.

    • Oh, ja, der Film war gut. Aber ich fand das Buch doch irgendwie besser. Generell scheiden sich an C. Ahern wohl einfach die Geister. Ich habe all ihre Bücher bisher gelesen und fand sie immer ganz gut. Wobei das wohl auch einfach an dem Happy-ever-after-Feeling liegt, das in manchen Momenten genau richtig ist. 😉

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