Eine kleine Buchauswahl

Der Stapel der gelesenen Bücher wird immer größer: Zeit sie endlich einmal vorzustellen. Von unterhaltsam-lustig, über traurig und kraftspendend bis hin zu kriminalistisch-rätsellösend ist alles dabei. Nicht alle wurden als vorstellungswürdig angesehen, aber vier haben es in diese Liste geschafft.

—————————

 

„Ewig Zweiter“ (Original: The Understudy), David Nicholls, 2010.

Stephen McQueen ist ein vom Pech verfolgter Schauspieler, der seit Jahren auf seine Chance wartet. Stattdessen ist er derzeit die Zweitbesetzung des 12. sexiest man alive Josh Harper in einem Byron-Theaterstück, schlägt sich als singendes Eichhörnchen durch oder als Leiche in Serien. Doch als er sich mit Josh und vor allem dessen einsame Frau Nora anfreundet, wittert er seine große Chance. David Nicholls‘ „Ewig Zweiter“ kommt in der Witzigkeit nicht an seinen Erstling „Keine weiteren Fragen“ heran, in seiner Emotionalität nicht an „Zwei an einem Tag“. Trotzdem ist es wunderbar komisch, tragisch und unterhaltsam. Nur eben nicht sein bestes Werk.

Fazit: a good read.

—————————

„Bekenntnisse einer jungen Witwe: Eine wahre Geschichte“ (Original: Wife, Interrupted), Amy Molloy, 2010.

Das Leben ist manchmal einfach nicht fair. Mit nur 23 Jahren ist Amy Molloy bereits Witwe. In Australien lernt die Engländerin ihre große Liebe, den Iren Eoghan, kennen. Nach knapp einem Jahr wird bei Eoghan Krebs diagnostiziert. Der Kampf gegen die Krankheit beginnt, aber die beiden verlieren. Einen Monat vor seinem Tod heiraten die beiden – als Zeichen, dass sie nicht aufgeben. Aber nicht die Krankheitsgeschichte steht im Mittelpunkt dieser Autobiographie, sondern Molloys Umgang mit der Trauer und ihrem Neubeginn. Statt sich lethargisch zurückzuziehen und das Hochzeitsvideo in Dauerschleife zu schauen (so wie sie es in den ersten Wochen tat), entscheidet sich Molloy für ein wildes Partyleben und wechselnde Bettgeschichten. Ihre Trauer, Wut und Erinnerungen verdrängt sie – bis es nicht mehr länger geht. Ein ehrlicher und starker Bericht, der herzzerbrechend und gleichzeitig optimistisch ist.

Fazit: Wow.

—————————

„The Double Comfort Safari Club: The No. 1 Ladies Detective Agency, Book 11“, Alexander McCall Smith, 2010.

Die Serie um Botswanas erste weibliche Detektivin, Mma Ramotswe, und ihre Assistentin Mma Makutsi ist immer wieder herrlich zu lesen. Ruhig und unaufgeregt mit einer gehörigen Portion Philosophieren über Anstand, Güte und Höflichkeit und einem sanften Humor klären die beiden Ladies ihre Fälle. Diesmal geht es um ein Paar, das sich gegenseitig der Untreue beschuldet, um einen jungen Mann, der um sein Erbe betrogen wurde und um einen Safariführer, der aufgrund seiner Freundlichkeit Erbe einer Amerikanerin ist. Und dann wäre da noch Mma Makutsis Problem mit der Tante ihres Verlobten, die sie nicht zu ihm lassen will. Es ist nicht ganz so flüssig zu lesen, wie die vorherigen Folgen, und hat gewisse Längen, aber lesenswert ist es auch nach dem 11. Band immer noch.

Fazit: Sehr schön. Nur sollte man definitiv nicht mit diesem Band anfangen. Am besten startet man ganz von vorn.

—————————

„Flavia de Luce: Halunken, Tod und Teufel“ (Original: A Red Herring Without Mustard), Alan Bradley, 2011.

Flavia de Luce scheint Mord wirklich anzuziehen: Innerhalb nur weniger Wochen findet sie nach „Mord im Gurkenbeet“ und „Mord ist kein Kinderspiel“ Fanella Faa, eine herumreisende Wahrsagerin, in ihrem Karavan beinahe erschlagen. Natürlich ist Flavias kriminalistischer Instinkt geweckt. Als dann nur wenig später auch noch eine Leiche auf den Buckshaw Ländereien aufgefunden wird, ist Flavia schon wieder mittendrin. Alan Bradleys dritter Fall für die exentrische Elfjährige hält wieder einmal kniffelige Rätsel und überraschende Wendungen vor. Allerdings hat der Band auch seine Längen. Manches hätte auch kürzer gefasst werden können. Schön hingegen ist, dass die anderen Charaktäre – vor allem Colonel de Luce, Flavias Vater, und ihre verstorbene Mutter, Harriet – vielschichtiger werden, sich entwickeln. Nur eine Frage stellt sich nach dem dritten Band schon: Wie kann es in so einem kleinen Dorf wie Bishop’s Lacey bloß so viele Abgründe geben?

Fazit: Eben ein Flavia de Luce-Krimi.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Eine kleine Buchauswahl

  1. Pingback: Vier Bücher später | akhimo

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s