Verloren. Gefunden.

„Als Gott ein Kaninchen war“ (Original: As God was a Rabbit), Sarah Winman, 2012.

„Du kannst ihn nicht Gott nennen.“ Aber Eleanor Maud, von allen nur Elli genannt, ist sich sicher. Das Kaninchen, das ihr geliebter Bruder Joe ihr so eben geschenkt hat, soll Gott heißen. Es ist ein besonderes Kaninchen, ein Symbol. Für Freundschaft, für die enge Beziehung zwischen den Geschwistern, für ein Geheimnis, das die beiden teilen.

Elli wächst behütet auf, wird umsorgt und geliebt von ihren Eltern, ihrer Tante und ihrem Bruder. Nur Freunde hat sie keine. Bis Jenny Penny in ihr Leben tritt und die beiden unzertrennlich werden. Beste Freunde eben. Gemeinsam erleben sie die Wunder, die das Leben für Kinder in sich trägt. Bis Ellis Familie nach Cornwall zieht. Und Jenny und ihre Mutter verschwinden.

Mittlerweile sind Elli und ihr Bruder erwachsen geworden. Ihre Beziehung ist enger als je zuvor – auch wenn Joe inzwischen in New York lebt. Darüber hinaus hat sie aber kaum Kontakt zu Menschen außerhalb ihrer erweiterteten Familie. Bis Jenny plötzlich wieder in ihr Leben tritt. Und Charlie, die große Liebe ihres Bruders, der ihm als Teenager das Herz gebrochen hat. Die Ereignisse überschlagen sich, die Geschichte schwächelt ein wenig.

Sarah Winmans Debütroman kann man trotzdem einfach nicht aus der Hand legen. Es hat einen Hauch von Magie, die einen gefangen nimmt, und besticht durch eine einfache, bildhafte Sprache. Es ist offenherzig und ehrlich, traurig und witzig, ein wenig seltsam und dann doch wieder ganz normal. Facettenreich beschreibt Winman die Charaktere, die es sich durch ihr Wesen häufig schwerer als nötig machen. Dabei sind sie einem nicht immer sympathisch. Manchmal möchte man sie gar anschreien und ihnen einen andere Entscheidung nahe legen. Würde es doch vielleicht alles etwas vereinfachen.

Fazit: Eine Lektüre, die man nicht bereuen wird.

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