Who’s perfect?

„Die Unperfekten“ (Original: The Imperfectionists), Tom Rachman, 2010.

Das Ende der englischsprachigen Zeitung, die seit 50 Jahren täglich weltweit aus Rom über die Geschehnisse der Welt berichtet hat, steht unmittelbar bevor. In elf Porträts (zehn Zeitungsmitarbeiter, eine Leserin) zeigt der Kanadier Tom Rachman in seinem Debütroman die letzten Jahre der Zeitung, die Menschen, die sie prägten – damals und heute.

Journalisten, die bereits seit Jahrzehnten bei der Zeitung tätig sind, die in Rom und im Newsroom ihr Glück gefunden, aber auch wieder verloren haben, werden von Rachman ebenso in einem unaufgeregten, schnörkellosen Stil beschrieben, wie Neuankömmlinge, die bei der sterbenden Zeitung ihr Glück noch versuchen wollen. Die Zeitung und der journalistische Beruf, die Probleme der Einzelnen mit ihrer Profession und der bedrohten Existenz ist die eine Seite der Porträts. Die andere Seite ist dem Privaten gewidmet. Alle sind in irgendeiner Art gescheitert, nicht wirklich glücklich mit ihrem Leben: gescheiterte Ehen, Affären, unglückliche Beziehungen, falsche Freundschaften, Todesfälle… Manche der Portagonisten, die alle immer wieder in den Porträts der anderen auftauchen, finden im Laufe des Romans ihren persönlichen Weg, andere nicht. So wie das wahre Leben eben spielt.

Es ist ein bunter Strauß an teils kauzigen Individuen, die Rachman in „Die Unperfekten“ dem Leser präsentiert. Und so unterschiedlich, wie die elf Porträts sind, so unterschiedlich die Emotionen, die sich mit der grundlegenden Melanchonie mischen: Freude, Trauer, Ärger, Liebe …

Fazit: Wirklich nicht nur für Journalisten lesenswert.

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2 Gedanken zu „Who’s perfect?

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