Fünf Stunden in einer Hotelbar

„Player One“, Douglas Coupland, 2010.

Couplands 2010 erschienener Roman ist sein Beitrag zur kanadischen Massey Lecture, in der berühmte Wissenschaftler einmal jährlich eine Woche Vorlesungen zu politischen, sozialen, kulturellen und philosophischen Themen halten. Statt einer typischen Vorlesung wählte Coupland einen Echtzeit-Roman in fünf Kapiteln, in dem er seine Ansichten zu Kultur, Religion, der Gesellschaft, dem Leben nach dem Tod etc. vermittelt.

Vier sehr unterschiedliche Personen treffen in einer schnöden, stillosen Flughafenhotelbar aufeinander: Rick, Alkoholiker und Barmann, Karen, alleinerziehende Mutter, die sich mit einem Internetflirt treffen will, Luke, ein Pastor, der seine Gemeinde um $ 20.000 betrogen hat und Rachel,17, Autistin, Labormäusezüchterin und auf einer Mission. Zu den Vier gesellt sich der mysteriöse Player One, eine Stimme, die aus der Entfernung die Geschehnisse erzählt… Und draußen steuert die Welt auf eine Katastrophe zu, die sie für immer verändern wird.

Jeder Protagonist erzählt aus seiner Sicht, was in den fünf Stunden in der Hotelbar und – soweit möglich aus der Bar heraus – außerhalb geschieht. Der Rohölpreis steigt rapide, Explosionen erschüttern die Region, ein Scharfschütze hat sich auf dem Bardach eingerichtet, eine Giftgaswolke umgibt die Bar… Dabei gibt jeder etwas von sich Preis, während sie ums Überleben kämpfen. Am Ende bleiben viele Fragen unbeantwortet.

Couplands Roman lässt sich flüssig lesen, aber dennoch wird man das Gefühl nicht los, dass die Geschichte auch in weniger als knapp 250 Seiten erzählt werden könnte. Die Charaktere sind einseitig, dienen dazu Couplands Botschaften zu übermitteln. Trotzdem oder gerade deswegen findet man in allen einzelne Aspekte des eigenen Charakters wieder.

Fazit: gut.

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