Nachhallende Kurzgeschichten für Zwischendurch

„Solange du mich siehst“ (Original: Girl in the Mirror), Cecila Ahern, 2012.

Kaum 100 Seiten hat das kleine Büchlein mit zwei Kurzgeschichten von Cecila Ahern; es ist schnell gelesen, aber nicht vergessen. Unschönen Erinnerungen und der eigenen Eitelkeit – etwas, das wohl jeder Leser kennt – widmet sich je eine der beiden Geschichten.

Anders als im Original beginnt die deutsche Version mit „Das Lächeln der Erinnerungen“ (Original: The Memory Maker). Ein alter Mann hat eine Maschine erfunden, die Erinnerungen schreibt bzw. verändert. Aus den unterschiedlichsten Gründen kommen die Menschen zu ihm. Der eine hat seine Frau betrogen, möchte sich aber nun daran erinnern, dass er wirklich auf besagter Tagung war. Eine Witwe möchte sich wieder an das Gesicht ihres vor etlichen Jahren verstorbenen Mannes erinnern. Aber was ist mit den eigenen Erinnerungen des Erfinders? Eine junge Frau zeigt ihm schließlich den wahren Sinn seiner Erfindung.

„Das Mädchen im Spiegel“ (Original: Girl in the Mirror) ist eine mystisch angehauchte Geschichte. Lila liebt ihre Großmutter Grellie von ganzem Herzen. So sehr, dass sie sich nie gewundert hat, warum in ihrem Haus alle Spiegel verhangen sind, obwohl Grellie blind ist. An ihrem Hochzeitstag wird sie es bitter bereuen, dass sie ihre Großmutter nie nach dem „Warum“ gefragt hat: Sie muss sich plötzlich entscheiden zwischen Freiheit und Aussehen…

Wie Kurzgeschichten nun einmal sind, wird der Leser recht unvermittelt in die Geschichte geworfen, die Charaktere können nicht ausgiebig entwickelt werden und am Ende der Geschichte bleiben häufig noch viele Fragen offen. Aber mal ganz ehrlich, sollten Fragen bei guten Romanen nicht auch offen bleiben und die Fantasie anregen? Ahern sind zumindest zwei sehr nachdenklich stimmende Geschichten aus der Feder geflossen. Einziges Manko: Für die kurzweilige einstündige Lektüre ist der Buchpreis doch sehr stattlich.

Fazit: Für Ahern-Fans.

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