Spontanes Schiffe gucken in Bremerhaven

Eigentlich sollte es nur ein Weserdeich-Spaziergang bei sonnig-kalten Novemberwetter – einschließlich einer Tasse Kaffee im Wintergarten der Strandhalle – werden, aber bereits von weitem erheben sich die Masten eines Segelschiffes über den Zoo am Meer und den neuen Hafen. Die Krusenstern, eine der letzten großen traditionellen Windjammern, ist mal wieder zu Besuch in Bremerhaven – und heute ist Open Ship.

Die meisten Kadetten des russischen Segelschulschiffes sind in der Stadt bummeln, während die Krusenstern von Bremerhavenern, Besuchern und Fotoenthusiasten in Beschlag genommen wird. Von vorn nach achtern nehmen sie die 1926 gebaute Viermastbark unter die Lupe. Nur die Rahen sind tabu. Ein beeindruckender Blick vom Schiff auf die Weser, als auch von Land auf den Traditionssegler vor der untergehenden Sonne lässt ein Hauch von Windjammer-Romantik aufkommen.

Seit 1946 segelt die Krusenstern unter zunächst sowjetischer, nun russischer Flagge. Vom Stapel lief sie auf der Tecklenborg-Werft Wesermünde (Bremerhaven) als Padua. Neben der Pamir, der Passat und der Preussen gehört sie  zu den Flying-P-Liner der Hamburger Reederei F. Laeisz, den schnellsten Segelschiffen ihrer Zeit. Die Padua wurde als Frachtschiff in der Salpeterfahrt und in der Weizenfahrt aus Australien eingesetzt. Außerdem diente sie als Schulschiff. Nach dem zweiten Weltkrieg ging sie als Reparationsleistung an die UdSSR und wurde nach dem russischen Admiral Adam Johann von Krusenstern benannt.

Mit einer Länge von rund 116 Metern und einer Segelfläche von ca. 3.400 Quadratmetern gehört die Krusenstern neben der ebenfalls unter russischer Flagge segelnden Sedow zu den größten Traditionsseglern, die noch auf große Fahrt gehen.

Mehr zur Geschichte der Padua, der Laeisz-Reederei und der Segelschifffahrt im allgemeinen übrigens zeigt das Deutsche Schiffahrtsmuseum Bremerhaven in seiner Dauerausstellung: www.dsm.museum

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3 Gedanken zu „Spontanes Schiffe gucken in Bremerhaven

    • Faszinierend trifft es gut. Das ist wirklisch schon einfach eine andere Art von Seefahrt. Auch wenn die traditionelle Segelschifffahrt so überhaupt nichts mit unserer romantischen Vorstellung heutzutage zu tun hat.

      • Das stimmt, was Du da über die traditionelle Segelschiffahrt sagst. Wenn man darüber schon mal etwas gelesen hat, weiß man, dass das alles andere als romantisch war.

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