Das Bünting Teemuseum in Leer

Ohne schwarzen Tee geht in Ostfriesland nichts. Während der Rest der Nation es auf einen jährlichen Pro-Kopf-Verbrauch von gerade einmal 250 g bringt (andere Quellen sagen 700 g), schafft es ein Ostfriese auf stolze 2,5 kg im Jahr – gelegentliche zweite Aufgüsse nicht und Kleinkinder sehr wohl mit inbegriffen. Der wahre Verbrauch dürfte also noch weit aus höher liegen.

Über diese und zahlreiche andere Fakten rund um den Tee klärt das Bünting Teemuseum in Leer die Besucher auf informative und anschauliche Weise mit viel Liebe zum Detail auf. Tee-Historie, Anbau, Herstellung und Handelswege sowie die Teekultur im allgemeinen und die ostfriesische im speziellen werden mit zahlreichen Exponaten anschaulich gemacht.

Aber auch die eigene Firmengeschichte kommt nicht zu kurz: Bünting Grünpack gilt immerhin als meistverkaufter Ostfriesentee. 1806 legte Johann Bünting mit dem Kolonialwarenhandel in der Brunnenstraße 37 in Leer den Grundstein für das erfolgreiche und älteste ostfriesische Teehandelsunternehmen. Gleich neben dem noch heute genutztem Stammhaus der Bünting-Gruppe befindet sich das Teemuseum.

Nicht entgehen lassen sollte man sich eine traditionelle ostfriesische Teestunde. Wo sonst kann man sich ins Himmelreich trinken? Pro Tasse wird ca. ein Gramm Tee mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen bis die Blätter bedeckt sind. Nach der Ziehzeit (2-3 Minuten für eine belebenden, 4-5 Minuten für einen beruhigenden Tee) wird Wasser nach- und der Tee in eine Servierkanne umgegossen. Bevor der Tee aber in die Tasse kommt, kommt zunächst der Kluntje rein. Wenn der Tee eingegossen wird, knackt es dann ganz geheimnisvoll. Zum Schluss wird an der Seite der Tasse die Sahne vorsichtig in den Tee gegossen, die kleine Muster in den braunroten Tee malt. Und nun kommt das Entscheidende: Niemals den Tee umrühren. So geniesst der Ostfriese zunächst den herben Teegeschmack, dann die Harmonie aus Tee und Sahne und schließlich die Süße, eben das Himmelreich. Wer sich übrigens nun wundert, zu welchem Zweck ein Löffel zum Teeservice gehört, auch wenn man ihn nicht benutzt: Der Löffel in der Tasse zeigt dem Gastgeber, dass man keinen Tee mehr möchte. Ansonsten wird einem gnadenlos immer wieder nachgeschenkt.

www.buenting-teemuseum.de, www.buenting-tee.de

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4 Gedanken zu „Das Bünting Teemuseum in Leer

  1. Ja, hab‘ ich, da hat man ja schon allein Spaß an der Zubereitung und es sieht noch dazu gut aus, was man da mit dem Tee zaubert. 🙂 Ab und zu werde ich das sicher wiederholen. Ansonsten trinke ich den Tee auch am liebsten pur.

  2. Ist ja interessant die Teezubereitung der Ostfriesen. Ich bin auch Teetrinker. Aber diese Zubereitungsart kannte ich bisher nicht. Das könnte mich aber durchaus begeistern. Da schmeckt der Tee bestimmt doppelt gut 🙂

  3. Pingback: Norden | akhimo

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