Die andere Hand

„Little Bee“ (Original: The Other Hand), Chris Cleave, 2011

Little Bee ist eine junge Nigerianerin, die lieber eine Pfundmünze wäre, da sich dann jeder freuen würde, sie zu sehen, und an jedem neuen Ort  erst überlegt, wie sie sich töten könne, wenn die Männer kommen. Sarah ist Chefredakteurin eines Frauenmagazins und lebt mit ihrem Mann Andrew und Sohn Charlie in einem Vorort Londons. Auf verstörende, grausame Weise kreuzen sich die Wege der beiden Frauen an einem idyllischen nigerianischen Strand, der im krassen Gegensatz zu den Geschehnissen in diesem kurzen Moment steht. Zwei Jahre später treffen sich die Frauen wieder.

Chris Cleave erzählt mit sprachlicher Schönheit, Witz und Leidenschaft die Geschichte eines Flüchtlingsmädchens. Er bringt den Leser zum lachen, zum weinen, zum an der Grausamkeit und Gier der Welt zweifeln und doch ist da immer der Hauch von Hoffnung, dass es weiter geht. Irgendwie. Aber vor allem fesselt Cleave ungemein. Little Bee wegzulegen fällt schwer. Langsam, geschickt verpackt in Retrospektiven, entfaltet sich Little Bees Schicksal, das untrennbar mit Sarahs verknüpft ist.

Little Bee ist eine ganz spezielle Geschichte, die man lesen muss, um sie zu verstehen. Vielleicht auch deswegen – und nicht nur als purer Marketing-Gag – bitten die Verleger der englischen Ausgabe nicht zu viel über das Buch zu verraten.

Fazit: unbedingt lesen.

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