Einen Stern für sich gewinnen

„Sternwanderer“ (Original: Stardust), Neil Gaiman, 2002

Ein wunderbares Märchen für Erwachsene, das mit fantastischen, atemberaubenden Bildern überzeugt. Was für den 2007 produzierten Film gilt, gilt erst recht für seine Vorlage, Neil Gaimans „Sternwanderer“. Allerdings wird auf den ersten Seiten der Lektüre bereits deutlich, dass die Geschichten zwar die gleichen Eckdaten haben, aber die Ausgestaltung doch an vielen Stellen, zum Wohl der geschriebenen Geschichte und der eigenen Fantasie, variiert.

Tristran Thorne lebt in Wall, einem kleinen, eigenwilligen englischen Dorf, direkt an der Grenze zu Faire gelegen, die eine lange steinerne Mauer, Namensgeber des Dorfes, markiert. Nur an einziger Stelle gibt es eine Lücke in der Steinmauer, diese wird jedoch streng bewacht von den Männern des Dorfes. Niemand darf von dieser auf die andere Seite wechseln. Nur einmal alle neun Jahre, zum Jahrmarkt, lockern sie ihre Bestimmungen. Eines Nachts beobachtet er mit seiner Angebeteten, wie ein Stern vom Himmel fällt – natürlich in Faire. Mit dem Versprechen ihr den Stern zu bringen, begibt sich Tristran noch vor Tagesanbruch auf die abenteuerliche Reise. Er entdeckt nicht nur eine fantastische Welt, in der Feen, Hexen, Elfen, Riesen, Geister, Einhörner und andere fabelhafte Wesen die Geschicke der Welt bestimmen und Sterne alles andere als ein erkalteter Stein sind. Langsam erschließt sich ihm auch seine eigene Familiengeschichte.

Mit der Kraft von Worten lässt Gaiman vor dem inneren Auge der Leser eine sagenumworbene Welt entstehen, in der Wälder zur tödlichen Bedrohung werden können, auf einsamen Felsen Schlösser bis in den Himmel ragen und Schiffe die Weite des Himmels durchsegeln. Dabei ist seine Sprache mal derb, mal lieblich wie seine Geschöpfe. Gaimans Charaktere sind nicht statisch, sondern entwickeln sich im Laufe der Geschichte; je nach Bedeutung für das Märchen sind sie mal eindimensional, mal vielschichtig beschrieben.

Fazit: Ich liebe den Film, ich liebe das Buch. Wer sich ein wenig verzaubern lassen möchte, sollte die Lektüre riskieren.

Advertisements

2 Gedanken zu „Einen Stern für sich gewinnen

  1. Ist das nicht ein tolles Buch? Der Film begeistert mich total. Ich kann den Film wieder und wieder gucken und das Buch auch immer wieder von vorn lesen. 🙂
    Danke für Deinen Besuch bei mir.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s