Das einfache Leben

„Border Songs“, Jim Lynch, 2010

Brandon Vanderkool ist groß, richtig groß. Vögel sind seine Leidenschaft, stundenlang beobachtet er die Natur. Er ist Legastheniker. Und der Umgang mit anderen Menschen fällt ihm nicht leicht. Trotzdem arbeitet er bei der Grenzkontrolle irgendwo an der  kanadisch-amerikanischen Grenze im US-Bundesstaat Washington. Mit Erfolg. Scheinbar mühelos geht Brandon Vanderkool jeder illegale Einwanderer und Drogendealer ins Netz – ohne das er sich jemals auf die Suche nach ihnen gemacht hätte.

Neben dem eigenwilligen, und doch liebenswürdige Brandon bevölkern das kleine Städtchen noch viele weitere sonderliche Menschen. Da wäre sein Dad Norm, ein Milchbauer, der in seinem Schuppen eine Segelyacht baut, Jeanette, Brandons Mutter, die langsam ihr Gedächtnis verliert, Brandons Spielgefährtin aus Kinderzeiten, Madeline, die Hanf anpflanzt und immer weiter ins Milieu abrutscht, und Madelines Dad Wayne, der große Erfindungen noch einmal erfindet – unter Einfluss seines medizinischen Marihuanas. Und dann wäre da noch Sophie, der alle ihre Geheimnisse verraten. Und davon gibt es viele in diesem Sommer, der zu eskalieren droht.

So faszinierend die Charaktere im ersten Moment klingen  – beschrieben im Klappentext -, so wenig wachsen sie einem in der ersten Hälfte der Lektüre ans Herz. Mehrfach angefangen, ein paar Seiten gelesen und dann doch ungefesselt Border Songs wieder zur Seite gelegt, hat es über einen Monat gedauert, bis es mich doch endlich gepackt hat. Eine Zugfahrt sei Dank. Aber eigentlich auch nur, weil ich wissen wollte, ob es ein Happy End gibt. Und dann ist einem der etwas einfältig wirkende, liebenswürdige und bewundernswerte Brandon Vanderkool doch ans Herz gewachsen. Da er eben trotz all der Geschehnisse in diesem Sommer sich selbst treu geblieben ist und dabei sein Glück gefunden hat.

Fazit: Es gibt zwar eine Belohnung fürs durchlesen, aber lesen muss man es trotzdem nicht.

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