„Der Glasmurmelsammler“ – Cecilia Ahern

Buchcover "Der Glasmurmelsammler" von Cecilia AhernErschienen 2016.

Es gibt ein paar Autoren, denen bin ich einfach treu und lese alle bzw. die meisten ihrer Werke. Cecilia Ahern gehört dazu. Ich mag den sanften Schreibstil, die liebevollen Geschichten und die Kreativität der Irin einfach. Gut, manche Bücher mag ich mehr als andere, aber im großen und ganzen macht mir das Lesen ihrer Romane einfach Spaß. Letztens lag nun „Der Glasmurmelsammler“ auf meinem Nachttisch – und was soll ich sagen?! Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Es ist wieder einmal eine berührende Geschichte, die immer etwas Weisheit fürs eigene Leben enthält, mich dem Alltag meines geliebten Irlands nahe bringt und obendrein ein Lesevergnügen ist.

„Der Glasmurmelsammler“ ist die Geschichte einer Vater-Tochter-Beziehung, erzählt aus zwei Perspektiven und in zwei Zeitsträngen. Sabrina, Mutter drei kleiner Söhne, verheiratet, Rettungsschwimmerin in einem Seniorenheim hat unerwartet einen Tag zur freien Verfügung. Sie findet an diesem Tag in Paketen ihres Vaters, der seit einem Schlaganfall in einer Reha-Einrichtung lebt und große Gedächtnislücken hat, seine penibel sortierte Glasmurmelsammlung und stellt fest, das die wertvollsten Murmeln fehlen. Mit der wenigen Zeit, bevor es für sie zurück ins Hamsterrad des Alltags geht, macht sie sich auf der Suche nach den fehlenden Stücken und erfährt von einem ganz anderen Leben ihres Vaters, den sie meinte zu kennen. Und natürlich lernt sie auf diesem Weg auch eine Menge über sich selbst. Fergus, Sabrinas Vater, der 4. von 7 Söhnen wächst mit Murmelspielen auf. Es ist seine Zuflucht und er ist gut. Richtig gut. Während alle anderen aus dem Spiel der Kindertag jedoch hinauswachsen, kann er den Murmeln nicht entkommen. Er wird schließlich zum weltbesten Murmelspieler – nur keiner in seiner Familie weiß etwas davon.

Mir ist es leicht gefallen in die Geschichte einzutauchen und mit den Charakteren mitzufiebern. Es schmerzte mich manches Mal in Fergus Erzählungen, wenn er so offensichtlich den richtigen Zeitpunkt, um alles zu erzählen, verpasst hat und man sieht, wie ihm sein Leben immer mehr entgleitet. Sabrinas Zeitfenster finde ich fast ein wenig knapp, für all das was sie erlebt und auch wie die Zufälle in einander greifen. Vielleicht ein bisschen zu viele Zufälle. Aber auch solche Tage soll es ja geben. Dieses kurze Zeitfenster verdichtet allerdings gleichzeitig die Geschichte, die durch Fergus über 50 Jahre fassenden Rückblick sonst vielleicht ein paar Längen gehabt hätte.

Faszinierend finde ich auf jeden Fall die Welt der Glasmurmelspieler und -sammler. Es ist eine komplett eigene Welt für sich. Und sie ist groß und facettenreich. Wer wie ich dachte Murmeln sind einfach Murmeln wird hier eines besseren belehrt.

Fazit: **** Ich mag die Storyline, den Schreibstil etc. Aber es ist m.E. nicht der beste Ahern-Roman.

6 Köpfe, 12 Blöcke: Mein Februarblock

Schon eine ganze Weile fertig, aber für die Fotos fehlte einfach die Gelegenheit. Aber nun. Mein Februarblock, der Churn Dash nach Anleitung von Nadra (ellis & higgs). Erinnert im Aufbau etwas an den Rolling Stone im Januar, nur die Ecken aus Half Square Triangels machen den Unterschied. Und der macht doch ordentlich etwas her, stellt aber dennoch eine gute Verbindung zwischen den Blöcken da. Vor allem, wenn man so wie ich, einen bunten Quilt – okay, er wird sich wohl eher in Blau- und Grüntönen mit etwas grau bewegen, ich kenn mich ja – aus Resten bzw. gut abgelagerten Stoffschätzen näht.

Dieses Mal habe ich mich für weiße Anker auf mintfarbenden Grund und grau-türkise Karos entschieden. Der Ankerstoff ist ein Mitbringsel aus den USA, ein Fat Quarter, das ich nun angeschnitten habe. Ich könnte mir gut vorstellen, es auch noch in einem anderen Block des Jahres-Mistery-Quilts zu vernähen. Mal sehen, was da noch so kommt und wie es passen könnte. Die Karos sind Reste des Stoffes, aus dem ich mein allererstes Schürzenkleid für den großen Sonnenschein, ach was red ich, sogar allererstes Kleidungsstück überhaupt genäht habe. Damals, als ich gerade mit dem Nähen anfing.

Mit diesem Block bin ich sehr zufrieden, da sich die Kanten sehr gut treffen – auch dank der tollen Anleitung. Endlich habe ich das Prinzip der Nesting Seams verstanden und es macht Sinn. 🙂

Ich bin immer noch am überlegen, ob ich mich an der Quilt-As-You-Go-Methode probiere. Vielleicht nach dieser Anleitung von Sewn Up? Allerdings bräuchte ich dann auch schon eine Idee für die Rückseite und dafür brauche ich definitiv noch mehr Zeit bzw. eine größere Vorstellung davon wie die weiteren Blöcke aussehen und wie groß ich den Quilt machen werde. Tendiere ja zu einem größeren Quilt als angegeben.

Aber noch ist Zeit, kommen ja noch 10 Blöcke. 🙂 Und solange sammle ich sie einfach in einem Karton zum Platten verschicken. Falls ihr also auch einen Vinyl-Liebhaber im Haus oder Bekanntenkreis habt, fragt mal, ob ihr einen der Kartons haben könnt, in denen Platten per Post verschickt werden. Das passt richtig gut und alles ist gut gelagert.

(Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag, HoT und auf ellis & higgs)

 

Anna-Kostüm mit viel Tüll

Okay, ich hab es getan. Ich habe ein Faschingskostüm genäht. Na ja, eigentlich ein Kostüm für die Verkleidungskiste und Fasching. Zum Geburtstag. Liegt gerade so dicht beieinander. Was es geworden ist? Ein Prinzessinenkostüm angelehnt an Anna, aus „Die Eiskönigin“. Mit richtig viel Tüll. Und sogar Glitzer. Ich muss zugeben, ich bin selbst ein wenig von mir überrascht. Aber der große Sonnenschein weckt ganz ungeahnte Seiten in mir. 🙂

Das Kostüm besteht aus insgesamt drei Teilen: einem No-Sew-Tüllrock aus blauem Tüll mit kleiner goldenen Schleife, einem Kleid mit zahlreichen Unterteilungen und natürlich noch einem pinkfarbenen Umhang.

Der Tüllrock ist wirklich super simpel und schnell gemacht. Einfach ein breites Gummiband (Taille plus ein paar Zentimeter) zu einem Ring schließen und dann lauter Tüllstreifen um das Band knoten. Ich habe hier rund 4 Meter royalblauen Tüll verwendet.

Die Arbeit, die beim Tüllrock wegfällt, habe ich dafür in das Kleid gesteckt. Als Basis hat mir hierfür Schnabelinas Regenbogenbody als Shirt in Größe 116 gedient. Ich habe am Ausschnitt eine Passe ausgeschnitten, dann Vorder- und Rückteil einmal in schwarz zugeschnitten, auf dem Vorderteil noch fleißig Blumenranken gemalt und dann wieder eine Passe aus mintgrünem Jersey an die einzelnen Teile angenäht. Die Passe habe ich dann noch mit goldenem Schrägband verziert, das ich einmal gefaltet habe und über die Naht gesetzt habe. Dadurch hat es eine etwas erhabene Optik bekommen und es wirkt so, als ob das Unterteil wirklich ein Unterteil wäre… Dann an den Schultern zusammengenäht…

Tja, und dann habe ich diesen Bockmist gemacht. Ich fand den Ausschnitt etwas zu klein und wollte ihn vergrößern. Und habe dabei nicht bedacht, dass ich hinten ja eine schmalere Passe habe als vorne… Mit dem Bündchen habe ich es zwar ganz gut gerettet, aber es war nicht straff genug und schlug viele Falten. Die habe ich dann einfach kurzer Hand in ein Designelement umgewandelt, gleichmäßig verteilt und mit ein paar Handstichen von hinten festgenäht. Der Rest ging ohne Probleme. Ärmel dran und dann noch einen Rock aus einem alten T-Shirt angesetzt. Da das ja aber nur der Unterrock ist und zum Verkleiden, habe ich auf einen Saum verzichtet. Das geht bei Jersey ja glücklicherweise.

Der Umhang besteht aus ca. einem Meter Satin. Der äußere Umhang besteht aus einem Halbkreis, Radius ca 50 cm, am Halsausschnitt habe ich dann nochmal einen kleinen Halbkreis mit Radius 10 cm ausgeschnitten. Der untere Umhang besteht aus der anderen Hälfte des Satin und ist eigentlich nur eine lange Bahn mit abgerundete Ecken und Halsausschnitt, der dem des Halbkreises entspricht. Dann alles einmal gesäumt rundherum außer am Halsausschnitt. Hier hab ich die beiden Umhänge miteinander verstürzt und dann noch einen Tunnelzug abgesteppt, durch den ich rosa Band gezogen habe. Erst hatte ich vor, den Umhang auch noch mit einer Ziernaht zu verschönern, aber an einem Probestück hat es mir jedes Mal Löcher in den Stoff getackert. Und da habe ich dann mal auf das ChiChi verzichtet.

(Beitrag ist verlinkt beim Creadienstag und HoT.)

„Time and Regret“ – M. K. Tod

Buch-Cover "Time and Regret" von M.K. TodErschienen 2016.

Weltkriegsgeschichte, Liebesgeschichte, Familiengeschichte und dazu noch ein bedrohliches Rätsel: M. K. Tods „Time and Regret“ bietet einiges. Grace Hansen, frisch geschieden und mit ihrer Zukunft hadernd, findet beim Aufräumen des Dachbodens eine Box ihres Großvaters, die seine Tagebücher aus dem ersten Weltkrieg, ein paar Abzeichen, ein Foto und eine kryptische Aufforderung an Grace enthält. Er hätte sie nie nehmen sollen, lese aufmerksam, bittet er sie. Aber was hätte er nie nehmen sollen? Grace begibt sich auf Spurensuche, die sie schließlich zu den Gedenkstätten in Frankreich führt. Während sie von Kriegsschauplatz zu Kriegsschauplatz fährt, merkt sie, dass sie verfolgt wird. Aber warum? Und auch eine Antwort auf das „Was“ ihres Großvaters findet sie nicht. Dafür allerdings Freundschaft und Zuneigung zu einem Franzosen mit dem sie mehr verbindet, als sie je geahnt hätte.

„Time and Regret“ ist aus zwei Perspektiven erzählt. Aus Graces Sicht, die 1991 versucht das Rätsel ihres Großvaters Martin zu lösen, und aus der Sicht des jungen Kanadier Martin, der sich 1915 verpflichtet und an der Somme kämpft. Verbindet wirken die Tagebucheinträge, die Grace über 70 Jahre später ein ganz neuen Blick auf ihren Großvater geben, bei dem sie aufgewachsen ist. Dafür hat Tod einiges recherchiert und viele Informationen über den Verlauf des 1. Weltkrieges an der Westfront in ihre Story eingebracht. Martin wirkt dadurch sehr authentisch.

Mir ist Grace während des Lesens sehr ans Herz gewachsen, die Story gefiel mir ebenfalls sehr gut. Aber der letzte Funke fehlte. Ich konnte das Buch wirklich kurz vor Ende noch gut weglegen, hatte nicht das Gefühl, dass ich es jetzt unbedingt durchlesen müsste. Was auch daran lag, dass das der Climax zum Schluss sich mir doch recht schnell erklärte. Die Auflösung konnte also auch noch bis zum nächsten Abend warten. Außerdem musste ich im Nachhinein nicht lange über die Charaktere lange grübeln. Die Geschichte war zu Ende und für mich nichts mehr offen.

Fazit: **** Ein solides Lesevergnügen mit Mehrwert in Form von Allgemeinbildung.

Kleine Knotenmütze

Ein kleines Knotenmützchen als kleines Begrüßungsgeschenk für eine kleine süße Deern, ein echtes Nordlicht. Dazu gab es noch ein Schnullerband aus der Vorratskiste und für das große Geschwisterkind eine Kleinigkeit.

Die Mütze ist wie immer nach dem Schnitt von Klimperklein aus gut abgelagertem Stoff, der nun aber neben der Mütze endlich auch seine Bestimmung in einem Kleidungsstück für den großen Sonnenschein gefunden hat. Mehr dazu demnächst.